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Es muss neu geplant werden: Coronakrise trifft auch den Nürburgring

Es muss neu geplant werden : Coronakrise trifft auch den Nürburgring

Frühjahrsveranstaltungen sind abgesagt oder in den Herbst verschoben. Die Rennstrecke an der Nürburg will aber Wirtschaftsmotor der Eifel bleiben.

Die Motoren stehen still am Nürburgring. Wo sich noch am Sonntag Tausende von Motorsportfreunden auf und rund um die legendäre Rennstrecke tummeln, herrschen jetzt gähnende Leere und absolute Ruhe. Dabei war die Rennstrecke doch übers Jahr zu 100 Prozent ausgebucht, hatte Geschäftsführer Mirco Markfort noch vor wenigen Tagen verkündet. Er hat mit seinem Team den Ring auch wirtschaftlich wieder auf Kurs gebracht. Doch dann kam Corona. Und dies mit weitreichenden Einschränkungen, die dem Nürburgring mit seinen Motorsportangeboten, den Events drumherum, aber auch der Hotellerie, Gastronomie und allen, die in der Peripherie von der Eifel-Rennstrecke leben und an ihr verdienen, hohe Einbußen bescheren dürfte. Existenzangst macht die Runde.

Die Macher am Ring richten den Blick aber nach vorne und hoffen, dass die Krise in einigen Monaten überwunden sein wird und das öffentliche Leben dann nicht mehr derart eingeschränkt ist, wie es aktuell der Fall ist.

24-Stunden-Rennen abgesagt

Am Nürburgring wird mit Hochdruck daran gearbeitet, den Veranstaltungskalender an die derzeitige Situation anzupassen. Nach intensiven Gesprächen mit Veranstaltern, Streckenmietern und Behörden hat die Nürburgring GmbH nun erste Ersatztermine für abgesagte Veranstaltungen bekanntgegeben.

So wurde das 24-Stunden-Rennen von Mitte Mai in den Herbst verlegt. Neue Termine gibt es auch für die Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS), den Fisherman’s Friend Strong­man Run und das Comedy-Format „NightWash Live.“ Ersatzlos abgesagt wurde hingegen das traditionelle „Anlassen“ für die Zweiradsaison, bei dem in der Vergangenheit beim Motorradfahrer-Gottesdienst bis zu 15 000 Biker gezählt wurden. Welche Veranstaltungen bereits abgesagt oder neu terminiert sind, darüber informiert der Nürburgring tagesaktuell auf seiner Internetseite www.nuerburgring.de.

Trotz der aktuell schwierigen Lage ist man rund um die Rennstrecke bemüht, möglichst viele vom Coronavirus betroffene Veranstaltungen für die aktuelle Saison zu retten. Der Dialog mit allen Beteiligten läuft. Das Ziel heißt „verschieben anstatt absagen“, auch wenn das nicht immer möglich ist. „Dass nun die Gesundheit an erster Stelle steht, ist unbestritten. Deshalb unterstützen wir die Maßnahmen der Behörden und tun alles dafür, unseren Beitrag zu leisten“, sagt Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort zur aktuellen Situation. Die Konsequenz daraus: Neben dem „Anlassen“ wurden die ersten beiden Rennen der Nürburgring Langstrecken-Serie abgesagt. Weiteres wird folgen oder verschoben.

Trotz der Absagen gibt es nun erste Ersatztermine, Veranstaltungen wurden in erster Linie in die zweite Jahreshälfte 2020 verschoben. Markfort betont die Wichtigkeit des Betriebs am Nürburgring und hofft auf eine Normalisierung der Situation. Neben dem emotionalen Wert einer Veranstaltung für die Fans ist jede Durchführung zudem wirtschaftlich ein bedeutender Faktor.

Publikumsmagnet: Das 24-Stunden-Rennen ist verschoben. Foto: Robert Kah / imagetrust

„Wir arbeiten zurzeit daran, dass der Nürburgring auch nach der Krise seine Rolle als Wirtschaftsmotor für die Region einnehmen kann. Ein starker Nürburgring wird dann so wichtig wie selten zuvor. Hierfür ist es existenziell, möglichst viele Veranstaltungen auf einen späteren Zeitpunkt in der Saison zu verschieben, anstatt komplett abzusagen“, erklärte der Geschäftsführer.

Von besonderer Bedeutung ist hierbei die erfolgreiche Verlegung des Motorsport-Highlights. Im Dialog mit dem ADAC Nordrhein und der VLN als Ausrichter der Nürburgring Langstrecken-Serie konnte für das 24-Stunden-Rennen ein neuer Termin gefunden werden. Es findet nun vom 24. bis 27. September in der Grünen Hölle statt. Ursprünglich sollte an jenem Wochenende ein Rennen der NLS stattfinden. „In anspruchsvollen Zeiten bestätigen sich gute Partnerschaften“, sagt Nürburgring-Chef Mirko Markfort. Und weiter: „Der ADAC Nordrhein und die VLN sind ein gutes Beispiel hierfür. Ohne das lösungsorientierte Denken aller Beteiligten wäre das so nicht möglich gewesen. Jetzt ist es ein Gewinn für die Motorsport-Welt, den Nürburgring und die ganze Region.“

Die Entscheidung für eine Verlegung des 24-Stunden-Rennens ist ein Novum in der fast 50-jährigen Historie der Veranstaltung. Auch wenn noch viele Detailfragen zu klären sind, planen die Organisatoren nun für September. „Wir empfinden als Veranstalter eines der größten Events auf dem Nürburgring auch eine langjährige Verbundenheit zur Region rund um den Ring“, erklärt Peter Meyer, der Vorsitzende des veranstaltenden ADAC Nordrhein. „Deshalb wollen wir alles versuchen, das 24-Stunden-Rennen im September zu absolvieren – trotz des erheblichen finanziellen Mehraufwandes für den ADAC Nordrhein. Denn die vielen Verwerfungen mit ihren wirtschaftlichen Folgen, die sich aus der aktuellen Krisenlage ergeben, treffen natürlich auch die Eifel.“

Ebenfalls neue Termine konnten die Verantwortlichen der Rennstrecke mit anderen Veranstaltern erwirken. Aufgrund des vollen Terminkalenders rückt dieses Jahr der November in den Fokus, der nun folgende Veranstaltungen beherbergt: die Nürburgring Langstrecken-Serie (7. November), das ausverkaufte Comedy-Format „NightWash Live“ im ring°kino (8. November) und der Fisherman’s Friend Strongman Run (14. November).

Bereits erworbene Tickets für die verschobenen Events behalten ihre Gültigkeit auch für die neuen Termine. Tickets für verschobene und abgesagte Events können aber auch ohne Stornogebühren zurückgegeben werden. Informationen gibt es bei der jeweiligen Vorverkaufsstelle.