Hemmessener Hütte in Bad Neuenahr: Bürger treffen Flüchtlinge zum Beisammensein

Hemmessener Hütte in Bad Neuenahr : Bürger treffen Flüchtlinge zum Beisammensein

Die Kinder eroberten den Spielplatz. Und die Erwachsenen staunten über die Aussicht und fotografierten ihre neue Umgebung: Zum Begegnungstreffen von Flüchtlingen und Bürgern hatten die Ökumenische Flüchtlingshilfe, das Füchtlingsnetzwerk und die Bürgergesellschaft Hemmessen an die Hemmessener Hütte geladen. Rund 80 Besucher waren gekommen.

Überwiegend waren es Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea und dem Irak, die zurzeit in Remagen, Kripp, dem Brohltal und der Kreisstadt weilen. Wer aber von der Flucht gezeichnete Menschen erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Viele Flüchtlinge lächelten und wünschten allen "Hallo" - eines der ersten Wörter, die die meisten von ihnen kennengelernt hatten.

Mit Englisch kam man weiter, aber auch Arabisch-Dolmetscher hatten die Ausrichter engagiert. Wie den 26-jährigen Mohammed Loulou, der nach acht Monaten in Deutschland fließend Deutsch spricht. "Ich habe 14 Stunden täglich die Sprache gelernt", erklärte er und hofft darauf, sein Zahnmedizinstudium, das er wegen des Kriegsausbruchs in Syrien abbrechen musste, hier wiederaufnehmen zu können.

Viele sehnen sich nach Beschäftigung und Arbeit

"Wie gefällt es Ihnen in Deutschland? Was wollen Sie hier machen?" waren die wohl am meisten gestellten Fragen an die Flüchtlinge, die dann auch von ihren Schicksalen erzählten. Der 27-jährige IT-Spezialist Shervan Khalil etwa.

Mit mehr als 20 Leuten, auch zwei Kindern an Bord, war er von der Türkei nach Griechenland auf einem Boot geflohen, das kenterte. Zehn Stunden hätten sie ausharren müssen, bis sie von Griechen gerettet worden seien.

Viele erklärten, dass sie sich nach Beschäftigung und Arbeit sehnten. Auch die Ungewissheit, wo sie wie lange bleiben können, nagte an ihnen. Trotzdem waren sie erleichtert, den Bomben und der Zerstörung in ihrer Heimat entkommen und dankbar in Deutschland zu sein.