Bestens versorgt?

Zwölf Millionen Euro sollen in ein Privatgrundstück in Sinziger Innenstadtlage investiert werden, um die Nahversorgung zu verbessern und langfristig mit einem großen Edeka- und einem vergrößerten Aldimarkt sicherzustellen. Was woanders mit Euphorie und Erleichterung begleitet würde, stößt zumindest beim Gros der bei der Bürgerversammlung anwesenden Sinziger auf strikte Ablehnung.

Die Stadt brauche keine weiteren Einkaufsmöglichkeiten, man sei bestens versorgt. Andere "Dinge" - die mit der Schaffung eines Nahversorgungszentrums übrigens in absolut keinem Zusammenhang stehen - seien viel dringlicher, so die artikulierte Bürgermeinung.

Die Standort- und Marktanalysen von Aldi und Edeka sagen freilich etwas völlig anderes: Sie gehen von einem Bedarf aus. Beide Konzerne sind eigentlich nicht gerade bekannt dafür, am Markt vorbei zu planen.

Zu verstehen ist, dass Bürger ein zu hohes Verkehrsaufkommen rund um das geplante neue Nahversorgungszentrum befürchten. Schon jetzt ist der benachbarte Dreifaltigkeitsweg wegen der dort vorhandenen Schulen stark strapaziert, da "Helikopter-Eltern" für starkes und vor allem unnötiges Verkehrsaufkommen sorgen. Ohne ein vernünftiges Verkehrskonzept werde es die neue Einkaufsstätte nicht geben, versprach Bürgermeister Wolfgang Kroeger.

Sollten sich Edeka & Co. nicht auf dem Rick-Gelände ansiedeln dürfen, so darf man sich getrost fragen, was denn aus der Industriebrache werden soll. Wohnbebauung? Seit Jahren werden Nachbargrundstücke für diesen Zweck angeboten.

Erfolglos.

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