Interview mit Vorstandschef: Zehn Jahre Bürgerstiftung der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel

Interview mit Vorstandschef : Zehn Jahre Bürgerstiftung der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel

"Wir sind Heimat": Seit zehn Jahren gibt es die Bürgerstiftung der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel. Elmar Schmitz, Vorstandschef der Bank, zieht in einem Interview Bilanz.

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Was ist der Zweck der Stiftung?

Elmar Schmitz: Wir unterstützen seit jeher gemeinnützige und kirchliche Organisationen in den unterschiedlichsten Bereichen. Diese Aktivitäten wurden in der Bürgerstiftung gebündelt und sind Teil unserer Kampagne „Wir sind Heimat“, deren Titel seit mehr als zehn Jahren auch unser Leitmotiv ist.

Wer kann in den Genuss der Förderungen kommen?

Schmitz: Hört sich kompliziert an, ist aber ganz einfach. Die Stiftung ist überwiegend als sogenannte Mittelbeschaffungskörperschaft tätig. Das heißt, sie gibt ihre Mittel insbesondere an als gemeinnützig anerkannte Vereine weiter. Förderfähig sind aber auch gemeinnützige Projekte von Kommunen und Kirchengemeinden.

Gibt es daneben auch so etwas wie Jahresprojekte, die von der Stiftung initiiert werden?

Schmitz: Ja. Es gibt jährlich eine Aktion, die wir im gesamten Geschäftsgebiet umsetzen. So haben wir 2018 rund 26.000 Euro für die Grundschulen zur Ausstattung ihrer Schulbüchereien gestiftet. 2017 gingen 25.000 Euro an die Kindergärten für Bücher für den Vorschulunterricht. 2015 haben wir außerdem gemeinsam mit den Landfrauen in Grundschulen Aktionen zur gesunden Ernährung durchgeführt.

All das kostet Geld. Welche Einnahmen generiert die Stiftung?

Schmitz: Das sind erstens Kapitalerträge aus dem Stiftungsvermögen. Und zweitens Spenden der Bank, die aus den Reinertragsmitteln des Gewinnsparens gespeist werden.

Wer entscheidet über die Vergabe der Gelder?

Schmitz: Grundsätzlich entscheidet der Vorstand der Bürgerstiftung. Bei Zuwendungen über 5000 Euro entscheiden Vorstand und Kuratorium gemeinsam. Aber auf Basis der dezentralen Ausrichtung unserer Bank haben auch die Filialleiter im Rahmen bestehender Budgets die Kompetenz, Fördermittel bis 500 Euro zuzusagen. Die Überprüfung, ob die Förderrichtlinien und Vorgaben der Abgabenordnung eingehalten werden, erfolgt hingegen durch Stiftungsgeschäftsführer Bruno Jaeger.

Es gibt ja auch noch den Zukunftspreis der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel, der jährlich vergeben wird.

Schmitz: Hier vergeben wir 25.000 Euro an Preisgeld an Projekte, und Institutionen, die die Region voranbringen. 2020 findet die Preisverleihung bereits zum zwölften Mal statt. Auch dann entscheidet über die Gewinner wieder eine Jury. In den vergangenen Jahren haben wir die unterschiedlichsten Projekte ausgezeichnet. So aus dem Kreis Ahrweiler unter anderem das Adenauer-Projekt „Unser Notarzt“ oder die Ahrweiler Freiheitswochen.

Sponsoring ist ein weiteres Thema. Wie sehen Ihre Erfahrungen mit dem sogenannten Crowdfunding aus?

Schmitz: Hier haben wir mit unserer Spendenplattform „Viele schaffen mehr“ sehr gute Erfahrungen gemacht. Denn das Prinzip, das dahintersteckt, ist urgenossenschaftlich: „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele gemeinsam.“ Durch viele kleine Spenden kann ein Projekt realisiert werden, und für jede Spende geben wir aus unserem Spendentopf noch Geld dazu. Da sprechen Zahlen für sich. Seit dem Start der Plattform Anfang 2017 haben wir mehr als 80.000 Euro an Spenden gesammelt. Dafür gab es mehr als 2000 Unterstützer. 37 Projekte wurden realisiert.

Gibt es noch andere Möglichkeiten der Unterstützung?

Schmitz: Die Förderung unserer Mitglieder und Kunden ist per se in unserer „genossenschaftlichen DNA“ verankert. 2018 haben wir insgesamt 850 000 Euro an Spenden und Sponsoringgeldern in die Region zurückgegeben.

Gab es Sonderfälle wie Hilfe nach Katastrophen? Zum Beispiel nach dem Starkregen in der Grafschaft und dem Ahrhochwasser im Juni 2016?

Schmitz: Da mussten wir nicht zwei Mal gefragt werden. Unterstützung gab es da für Betroffene in der Grafschaft und im Ahrtal. Auch nach dem Pfingstunwetter 2017 in Monreal haben wir 10.000 Euro über unsere Stiftung ausgezahlt. Darüber hinaus haben wir uns noch an einem Benefizkonzert mit den Mainzer Hofsängern für die Unwetteropfer beteiligt.

Und wie sieht die Zukunft des Sponsorings aus?

Schmitz: Sponsoring ist und bleibt ein wichtiger Pfeiler unserer Bank. Denn der Raiffeisengedanke steht seit eh und je für mehr als Geld und Zinsen. Themen wie Crowdfunding sind wichtig für uns, um den Menschen in der Region eine Infrastruktur zu geben, um ihre Herzensprojekte im Rahmen einer Gemeinschaftsleistung zu realisieren.

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