1031 Personen: Weniger Kunden bei der Tafel in Ahrweiler

1031 Personen : Weniger Kunden bei der Tafel in Ahrweiler

Aktuell sind 1031 Personen einkaufsberechtigt. Weniger als bisher. 105 Ehrenamtliche regeln den Betrieb.

Unter dem Motto "Zeitschenker - gemeinsam Lebensmittel retten und Armut lindern" fand der 13. Deutsche-Tafel-Tag statt. Deutschlandweit machten rund um den Aktionstag zahlreiche Tafeln mit besonderen Veranstaltungen auf das Engagement der Tafeln aufmerksam. Mit dabei war auch die Ahrweiler Tafel, die Ausgabestellen in Ahrweiler und Sinzig unterhält. Dort entspricht die Entwicklung der Nachfrage aktuell nicht dem Bundestrend.

Während im Land die Zahl der Tafelkunden gegenüber dem Vorjahr um rund zehn Prozent gestiegen ist, ist sie in Ahrweiler und Sinzig leicht rückläufig. Von März bis August ging die Zahl der berechtigten Personen, die für einen symbolischen Euro alle drei Wochen Lebensmittel einkaufen können, von 1099 auf 1031 zurück.

Damit liegt man bei der Ahrweiler Tafel aktuell um mehr als 100 Kunden unter dem Spitzenwert von 2016. Damals hatten 1147 Menschen die Berechtigung zum Einkauf bei der Tafel.

Auf dem Papier geändert hat sich der Status vieler Tafelkunden. Waren es vor Jahresfrist noch zahlreiche Asylbewerber, so kommen heute mehr als 70 Prozent Bezieher von Arbeitslosengeld II (ALG II) nach Sinzig und 56 Prozent nach Ahrweiler. Teilweise sind es aber die gleichen Menschen wie die, die zuletzt noch als Asylbewerber kamen.

Zehn Prozent der ALG II-Tafelkunden sind Kontingentflüchtlinge, sie müssten eigentlich als solche registriert werden. So liegt die Quote der Flüchtlinge in Ahrweiler bei 16 Prozent, in Sinzig sind es neun Prozent. Jeweils knapp unter zehn Prozent sind es Bezieher von Grundsicherung an beiden Ausgabeorten, knapp dahinter folgen Menschen mit geringem Einkommen. Die Zahl der Rentner ab 55 Jahre liegt in Sinzig bei 4,1 und in Ahrweiler bei 9,6 Prozent.

In der Summe sind aktuell in Sinzig 559 Menschen und in Ahrweiler 488 Menschen berechtigt, bei der Tafel einzukaufen. Hinter jedem Einzelnen von ihnen steckt ein persönliches Schicksal. Besonders groß ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre, die zur Ahrweiler Tafel kommen. Am Ausgabeort Sinzig sind das 231, in Ahrweiler sind es 208. Das macht mehr als 40 Prozent der Tafelkunden aus.

Gemanagt wird die Tafel in allererster Linie von Ehrenamtlichen, aktuell sind es bei der Ahrweiler Tafel 105 Menschen. Rund zwei Dutzend Fahrer sind montags, mittwochs und teilweise auch donnerstags unterwegs, fahren Supermärkte und Lebensmittel-Einzelhändler an und nehmen Waren mit, die dort im Müll landen würden, wobei das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht abgelaufen sein darf. Mit dabei sind viel Gemüse und Obst, schon ein welkes Blatt oder eine faule Traube führt nämlich dazu, dass die Ware aus dem Sortiment genommen wird.

Alles wird nach Ahrweiler gebracht, dort sortiert und in Regalen oder dem Kühlhaus eingelagert. Donnerstags ist jeweils von 10 bis 12 Uhr Ausgabe, dann kommen zu den Ausgabestellen immer 40 bis 50 Kunden, um sich zu versorgen.

Die Tafel ist eine Gemeinschaftsaktion des Bistums, der evangelischen Kirchengemeinde Bad Neuenahr, der Diakonie und der Caritas. Letztere koordiniert den Ablauf unter der Leitung von Christiane Böttcher. Wenn Ausgabe ist, ist seitens der vier Betreiber oftmals ein Hauptamtlicher vor Ort, aber auch die Bürogruppe, die die Berechtigungsscheine ausgibt, wird ehrenamtlich geführt.

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