Lastwagen in Lohrsdorf: Bürger haben Probleme mit immer mehr Lkw-Verkehr

Verkehr im Ahrtal : Bürger klagen über immer mehr Lastwagen in Lohrsdorf

Die Anwohner der Sinziger Straße in Lohrsdorf, die als B 266 durch den Ort führt, stellen einen immer stärker zunehmenden Lastwagenverkehr fest. Bei einer Versammlung haben Bürger ihr Leid geklagt.

Die neue Ortsumgehung Bad Neuenahr wird angenommen und entlastet den Verkehr in der Kurstadt merklich. Auch in Heppingen ist es auf der Ortsdurchfahrt wesentlich ruhiger geworden. Aber in Lohrsdorf sieht das ganz anders aus. Dort stellen die Anwohner der Sinziger Straße, die als B 266 durch den Ort führt, derzeit einen immer stärker zunehmenden Lastwagenverkehr fest.

Die Kennzeichen der Lkw zeigen, dass es sich nicht um lokalen, sondern um Fernverkehr handelt. „Ist hier eine neue Maut-Abkürzung vom Meckenheimer Kreuz, also der Autobahn A 61, in Richtung Koblenz entstanden?“, fragen sich die Betroffenen.

Die Lohrsdorfer beobachten ganz genau und stellen fest: Mit dem zunehmenden Verkehr gehen Gefährdungen insbesondere von Fußgängern einher, denn nicht wenige Verkehrsteilnehmer ignorieren die Fußgängerampel im Ort und fahren bei Rotlicht einfach weiter. Und auch die Vorfahrtsregelung für Kraftfahrer, die aus Richtung Heimersheim kommend auf die Sinziger Straße nach Lohrsdorf abbiegen, wird häufig missachtet. Dort queren viele Lohrsdorfer auf dem Weg zum Heimersheimer Bahnhof die Straße. Auch das wird immer gefährlicher.

Rund 40 Bürger diskutieren über Verkehrsprobleme

Wie man diesen neuerlichen Verkehrsproblemen begegnen kann, wollen die Lohrsdorfer nun gemeinsam erarbeiten. Rund 40 Bürger trafen sich auf Einladung des Ortsbeirats um Ortsvorsteher Hans-Jürgen Juchem dazu im Dorfgemeinschaftshaus.

Dabei wurden die Problematiken erläutert und zusammengefasst. Alfred Kessel hatte im Vorfeld einmal die Strecken zwischen Neuwied und Ahrweiler vom Routenplaner berechnen lassen. Fährt man über Plaidt in Richtung A 61 und dann in Kruft auf die Autobahn, legt man 47 Kilometer zurück und benötigt 41 Minuten. Die Reise über die Bundesstraße B 9 und dann ins Ahrtal dauert zwar nur zwei Minuten länger, ist aber mit 37,9 Kilometern wesentlich kürzer. Ein guter Grund gerade für Berufskraftfahrer, diesen Weg, der dann unweigerlich durch Lohrsdorf führt, zu nehmen.

Hinzu kommt, dass es seit September zu Bauarbeiten im Zuge der Straßenerneuerung bei Nickenich kommt. Wer dort von der B 9 zur A 61 unterwegs ist, muss Umleitungen und Staus befürchten.

Hat Lohrsdorf einmal seine Umgehungsstraße, deren Bau in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen wurde, wird alles besser. Aber wie lange wird das noch dauern, fragten einige der Bürger bei der Versammlung. Ortsvorsteher Hans-Jürgen Juchem konnte keinen Zeitplan nennen, das kann niemand, denn das Projekt befindet sich gerade erst in der Besprechung mit Umweltverbänden und damit in einer frühen Planungsphase.

Forderung nach Entschärfung der Situation an B 266

Den Lohrsdorfern geht es aktuell aber um eine Entschärfung und Bekämpfung der aktuellen Situation an der B 266, die in ihren Augen immer schlimmer wird. In einer Art Brainstorming wurden Ideen gesammelt, wie man eine Verbesserung der Lebensqualität an der Sinziger Straße erreichen oder zumindest auf die Situation aufmerksam machen kann.

Mit vielfältigen Aktionen hatte man bereits im Jahr 2016 den Blick auf die Situation lenken können. Soll denn nun erneut ein „ordnungsgemäßes Parken“, also das korrekte Abstellen der Autos auf der Sinziger Straße ohne Nutzung des Bürgersteigs, stattfinden, wurde gefragt. Solche Aktionen hatten in der Vergangenheit zu oftmals kilometerlangen Staus geführt.

Ortsvorsteher Juchem sieht diese vorgebrachte Idee kritisch. Er befürchtet, dass solche Aktionen den Erlass eines Halteverbots in der Ortsdurchfahrt nach sich ziehen könnten, denn die Verkehrsbehörden hätten für eine reibungslose Durchfahrt zu sorgen. „Wir leben in Deutschland und dort wird ein aufkommendes Chaos beseitigt“, machte der Ortsvorsteher klar.

Tempo-30-Zone könnte Verkehr einschränken

Regelmäßig stattfindende angemeldete Demonstrationen zu den Hauptverkehrszeiten wären da vielleicht die bessere Lösung, befand ein Bürger. Dass der Lkw-Fernverkehr durch Lohrsdorf gar nicht zulässig sei, worauf bereits an der Autobahnabfahrt Bad Neuenahr-Ahrweiler hingewiesen werde, monierte ein anderer. Nur gebe es keine Kontrollen und damit keine Konsequenzen. Die vergleichsweise geringen Bußgelder seien den Brummifahrern und den dahinter stehenden Unternehmen zudem egal.

Eine andere Möglichkeit, den Verkehr einzuschränken, sei die Ausweisung der Straße als Tempo-30-Zone. Um dies zu erreichen, könnte man die Immissionswerte an der Straße messen lassen. Anwohner gehen davon aus, dass diese merklich gestiegen sind. Auch die Installation einer festen Messanlage wurde in diesem Zusammenhang angeregt. Die Problematik der Überfahrt der Ampelanlage bei Rotlicht könne man ebenfalls technisch bekämpfen. Zum einen könnte hier eine verkehrsabhängige Ampelschaltung, wie etwa auf der B 267 bei Walporzheim, installiert werden. Mittels Kameras könnten Rotsünder aufgespürt und belangt werden.