Landesgartenschau Bad Neuenahr: 84 Alleebäume sollen gefällt werden

Alleebäume in Bad Neuenahr : Kahlschlag zur Landesgartenschau ist vom Tisch

84 Bäume sollen gefällt werden, 122 werden erhalten und 93 neu gepflanzt. Für dieses Vorgehen in Sachen Bad Neuenahrer Alleebäume hat sich der Stadtrat von Bad Neuenahr Ahrweiler am Montagabend mit breiter Mehrheit entschieden.

Groß war im Januar die Aufregung in der Kreisstadt gewesen, als, Martin Schulz-Brehme, Geschäftsführer der Landesgartenschau gGmbH, im Haupt- und Finanzausschuss die Pläne der Berliner Gartenschau-Planer des Büros bbz vorstellte. Denn diese sahen einen kompletten Kahlschlag der mehr als 200 Alleebäume an der Lindenstraße und an der Georg-Kreuzbeg-Straße vor.

Auch wenn dafür neue Bäume gesetzt werden sollten, brachte das Ansinnen Bürger und Naturschützer in Harnisch. Auch die Politiker der Kreisstadt waren mit dem Vorstoß, der für reichlich Proteste sorgte, nicht glücklich. Konsequenz: Die vereidigte Sachverständige Julia Engels von "Arbor-Inform" nahm im Auftrag der Stadt alle Bäume im künftigen Gartenschau-Areal unter die Lupe.

In der Folge mussten die Berliner Planer umplanen. Zwei Varianten pro Straße (der GA berichtete) standen am Montagabend im Stadtrat zur Beratung an. Diese eröffnete Stadtvize Peter Diewald mit dem Kommentar: "Schade, dass sich die Version vom vollständigen Kahlschlag immer noch hält." Ziel der Stadt sei es, einen für alle tragfähigen Kompromiss zu erzielen.

Dieser wurde letztlich mit breiter Mehrheit sowohl für die Lindenstraße als auch die Georg-Kreuzberg-Straße erreicht (siehe Kasten unten). Letztlich sollen 84 Bäume gefällt werden, 122 werden erhalten und 93 Bäume neu gepflanzt. Zusätzlich wurde einstimmig der Vorschlag der Naturschützer um Reinhard van Ooyen (BUND) unterstützt, alle Eschen in der Ahrböschung an der Kurgartenstraße zu erhalten.

Ralf Wershofen sprach für die CDU Klartext: "Schon nach dem ersten Aufschlag der Planer war klar, dass dies im Rat nicht mitgetragen wird." Wershofen forderte, dass es "keine Erneuerung der Alleen auf einen Schlag" gebe und setzte auf die im Baumgutachten favorisierte sukzessive Erneuerung: "Wir sehen uns in der Pflicht, dass auch unsere nachfolgenden Generationen noch intakte Alleen haben."

Werner Kasel begrüßte für die SPD, dass das Gutachten von Engels einerseits "Tabuzonen" aufführe, in denen "sich Eingriffe verbieten", andererseits aber auch Entwicklungsflächen für Neuanlagen aufzeige. Es gelte "mit Mut über zukunftsorientierte Lösungen zu sprechen". Die SPD sehe in den letztlich mit 24 und 23 Stimmen beschlossenen Planungsvarianten ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Wunsch nach Erhalt von Altbäumen und den Forderungen nach Erneuerung und Austausch von Bäumen. Letztlich würden in beiden Alleen mehr Bäume stehen als vorher. Letzteres unterstrich auch David Jacobs für die FDP. Er appellierte, die Vorbereitung auf die Landesgartenschau zu nutzen, "um die Ahralleen sowie den Baumbestand nachhaltig und zukunftssicher aufzustellen".

Anerkennung für die Arbeit der Baumgutachterin gab es quer durch alle Fraktionen. Gregor Sebastian von der FWG sprach von "Rüstzeug für die Entscheidung", bei der es in seiner Fraktion kein einheitliches Votum gab. Für die Grünen favorisierte Andreas Owald zuerst die Georg-Kreuzberg-Straße anzugehen, denn der dortige "Baumbestand hat keinen Alleecharakter". Die Lindenstraße solle erst später angegangen werden. Marion Morassi (Linke) tendierte letztlich wie die Grünen zu den Varianten mit den wenigsten Baumfällungen, die sich letztlich nicht durchsetzen konnten.

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