Ausstellung zum Jubiläum: Kreishaus Ahrweiler wird 125 Jahre alt

Ausstellung zum Jubiläum : Kreishaus Ahrweiler wird 125 Jahre alt

Anlässlich seines 125-jährigen Bestehens wird das Kreishaus Ahrweiler mit einer Ausstellung in Wort und Bild geehrt. Bald wird ein Erweiterungsbau für das Gebäude erforderlich werden.

Seit 125 Jahren gibt es das Kreishaus in Ahrweiler. Dem Jubiläum trugen Landrat Jürgen Pföhler und seine Kreisverwaltung nun mit einer Bild- und Dokumentenausstellung Rechnung, die nicht nur Nostalgiefreunde ansprechen wird. Auf mehr als 20 großformatigen Bildern nebst Erklärungen wird ein wichtiger Teil der Kreisgeschichte lebendig.

Unter Vorsitz des Landrates Albert Heising beriet der Kreisausschuss 1891 erstmals über den Bau eines Kreishauses. Der Grund war erfreulich: Durch den Wandel der obrigkeitsstaatlichen Ordnungsverwaltung alter Prägung hin zu einer kommunalen Selbstverwaltung hatte sich der im Jahr 1816 gegründete Kreis im Lauf der ersten Jahrzehnte gut entwickelt.

"Der Begriff der kommunalen Selbstverwaltung ist ganz entscheidend im Aufbau und der Organisation unseres demokratischen Staates. Mehr Selbstverwaltung bedeutete mehr Aufgaben und das bedeutete: mehr Personal. Die Verwaltung des Gründungsjahres 1816 reichte schon lange nicht mehr aus", führte Landrat Pföhler in seiner Eröffnungsansprache aus. Denn im Jahr 1816 bestand die Verwaltung aus lediglich drei Personen: dem Landrat, dem Kreissekretär und dem Kreisboten. Im Jahr 1894 war es dann soweit: Das neue Kreishaus wurde eingeweiht.

Anwesend war unter anderem der Königliche Regierungspräsident von Itzenplitz. Die heute bescheiden anmutenden Kosten für den Kauf der Grundstücke und den Bau von rund 110 000 Mark seien seinerzeit auch Betrieben aus der Region zugute gekommen, so Pföhler.

In der Tat: Die Fassade ist mit Weiberner Tuffstein und Kyllburger Sandstein verblendet, der Fußboden im Erdgeschoss ist mit Sinziger Mosaikplatten ausgelegt, den damaligen Garten hinter dem Kreishaus hatte eine Gärtnerei Rei aus Ahrweiler gestaltet.

Dieser Garten, den der seinerzeitige Landrat und seine Familie zur Nutzung verwenden durften, wurde gestaltet und bepflanzt mit 120 Kilo Grassamen, 100 hochstämmigen Rosen, 24 Johannis- und Stachelbeersträuchern, 150 Erdbeeren und 615 Ziersträuchern. An Obstbäumen wurden Pfirsich-, Aprikose-, vier Birnen-, Äpfel- und Pflaumenbäume gesetzt. Pföhler: "Wie Sie sehen: Die Idee der "Artenreichen Wiese" blühte schon damals." Und fügte schmunzelnd hinzu: "Die Frau des Landrates durfte das Obst übrigens auf dem Markt verkaufen."

Das historische Kreishaus ist heute eines von drei Häusern. Zwei Neubauten sind im Laufe der Jahrzehnte entstanden. Der Mitteltrakt wurde im Jahr 1967 bezogen, die beiden großen Seitentrakte dann in den Jahren 1984 und 1985. "Alle drei Gebäude sind architektonisch, technisch und organisatorisch verwoben und bilden eine moderne Einheit für die Mitarbeiter der Kreisverwaltung", sagte der Kreischef. Allerdings gibt es Platzmangel.

In den kommenden Jahren ist nun der Bau eines Erweiterungsgebäudes auf dem Nachbargrundstück geplant. Vor dem Hintergrund stetig zunehmender Aufgabenbereiche sei nicht mehr ausreichend Arbeitsraum für die mittlerweile weit über 400 Mitarbeiter vorhanden, erklärte der Landrat. Daher solle mit dem Bau des Erweiterungstraktes genügend Raum geschaffen werden, um die ordnungsgemäße Aufgabenerfüllung auch in den nächsten Jahrzehnten sicherzustellen. Die anwesenden Kreistagsmitglieder bat er dabei um wohlwollende Unterstützung.

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