Konjunkturbericht der IHK Koblenz: Kreis Ahrweiler steht gut da

Wirtschaft an Rhein und Ahr : Kreis Ahrweiler steht im Konjunkturbericht der IHK gut da

Der spürbare Konjunkturaufschwung an Rhein und Ahr verblüfft die Experten: Der Kreis Ahrweiler macht im Konjunkturbericht der IHK Koblenz eine gute Figur.

Bernd Greulich ist aus dem Häuschen. Der Regionalgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz in der Kreisstadt blickt auf die Zahlen des aktuellen Konjunkturberichts der IHK. „Wir sind im Kreis Ahrweiler die Ausreißer. Wir sind absolut gegen den Trend. Da musste ich die Zahlen zwei Mal vergleichen“, sagte Greulich im Gespräch mit dem General-Anzeiger

Die aktuelle Lage

Die konjunkturelle Dynamik im nördlichen Rheinland-Pfalz verliert zum Herbst spürbar an Schwung. Das geht aus dem neuesten Konjunkturbericht hervor, der sich auf Antworten von rund 370 Unternehmen mit zusammen 81 000 Beschäftigten stützt. Der IHK-Konjunkturklima-Indikator als zusammenfassender Wert der Einschätzungen zur aktuellen und zukünftigen Geschäftslage sinkt dabei um elf Punkte auf aktuell 108 Punkte.

Der Ausreißer

„Die Konjunktur im Kreis Ahrweiler entwickelt sich erfreulicherweise gegenläufig, sie gewinnt sogar spürbar an Schwung“, ist Greulich mehr als begeistert. Denn eine gute Konjunktur wirkt sich auch auf die Steuereinnahmen der Kommunen aus. So rechnet die Kreisstadt zum Beispiel für 2020 bei der Gewerbesteuer mit einem Plus von 235000 Euro auf insgesamt knapp 10,3 Millionen Euro. „Und das bei eigentlich wenig Gewerbe in der Stadt“, sagt Bürgermeister Guido Orthen. In der Grafschaft geht die Verwaltung um Bürgermeister Achim Juchem davon aus, dass im Jahr 2020 das tatsächliche Gewerbesteueraufkommen bei 15 Millionen Euro liegen wird. In der Grafschaft liegen aktuell rund 1050 Gewerbeanmeldungen vor. Davon zahlen in der Spitze rund 350 Betriebe auch tatsächlich Gewerbesteuer. „Der IHK-Konjunkturklima-Indikator für den Kreis Ahrweiler steigt von 112 Punkten im Frühsommer auf aktuell 122 Punkte und lässt damit die Entwicklung im IHK-Bezirk Koblenz weit hinter sich zurück“, erklärt Greulich zum Vergleich.

Die Begründung

„Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind die deutlich gestiegenen Stimmungswerte der Unternehmen hinsichtlich der aktuellen und künftigen Geschäftslage“, sagt Greulich. Hervorzuheben sei hier insbesondere die aktuelle Geschäftslage, die mit einem Saldenwert von 46 Prozentpunkten fast das Rekordniveau von vor drei Jahren erreicht (Herbst 2016: 49 Prozentpunkte). „Konkret berichten 52 Prozent der Unternehmen von guten Geschäften, 42 Prozent von befriedigenden und lediglich sechs Prozent der Unternehmen klagen über schlechte Geschäfte“, so der promovierte Wirtschaftsexperte.

Die Folgen

Die optimistische Stimmung spiegelt sich gleichermaßen in den Investitions- und Beschäftigungsabsichten wider. Die Investitionsneigung legt nach rückläufigen Tendenzen in den Vorumfragen wieder deutlich zu (Herbst 2019: 33 Prozentpunkte; Frühsommer 2018: 15 Prozentpunkte). Dabei planen 39 Prozent der Unternehmen, ihr investives Engagement in den kommenden zwölf Monaten auszuweiten und lediglich sechs Prozent wollen ihr Investitionsbudget reduzieren. Die Beschäftigungsneigung legt per Saldo um 14 Prozentpunkte zu (Herbst 2019: 18 Prozentpunkte; Frühsommer 2019: vier Prozentpunkte), sodass 88 Prozent der Unternehmen mit einem konstanten oder sogar steigenden Personalbedarf rechnen.

Das Fazit

„Insgesamt sprechen die positiven Stimmungswerte und die erfreulichen Wachstumsimpulse für eine expansive Wirtschaftsdynamik im Kreis Ahrweiler“, sagt Greulich und strahlt immer noch.

Die Reaktion des Kreises

Die Zahlen lassen auch Landrat Jürgen Pföhler frohlocken. „Jetzt zahlt sich aus, dass Kreis und Kommunen seit Jahren konstant eine aktive Wirtschaftspolitik betreiben. Wir unterstützen mit vielen Maßnahmen gerade unsere kleinen und mittleren Betriebe und Unternehmen“, sagte der Kreischef dem GA. Jüngstes Beispiel sei die Standortkampagne „AWstark! – Wo gute Ideen zu Hause sind“, mit der die Vorteile des Kreises für Mitarbeiter und Firmen herausgestellt werden sollen. Die Kampagne wurde von der Kreiswirtschaftsförderung auf den Weg gebracht.