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Steuergeld in der Region: Finanzamt Ahrweiler nimmt 51 Millionen Euro mehr ein

Steuergeld in der Region : Finanzamt Ahrweiler nimmt 51 Millionen Euro mehr ein

Elke Karpinsky-Wirth ist seit November neue Vorsteherin des Finanzamtes an der Ahrweiler Römerstraße. Sie hat gute Nachrichten: Die Behörde verzeichnete 2019 deutlich gestiegene Steuereinnahmen. 51 Millionen Euro mehr als im Vorjahr flossen in die Staatskasse.

Die Bediensteten des Finanzamtes Bad Neuenahr-Ahrweiler sind ihren gesetzlichen Aufgaben im vergangenen Jahr gewissenhaft und mit Erfolg nachgegangen. Ein Beleg dafür: Die Betriebsprüfer der Behörde in der Ahrweiler Römerstraße 5 kamen bei ihren 228 Untersuchungen auf ein „Gesamtmehrergebnis““ von fast 5,5 Millionen Euro. „Steuergeld, das sonst nicht abgeführt worden wäre“, resümierte am Freitag die neue Vorsteherin des Finanzamtes Bad Neuenahr-Ahrweiler, Elke Karpinsky-Wirth. Sie lenkt seit 1. November die Geschicke des Hauses mit Christoph Knauf als ständigem Vertreter. Beide sind vom Finanzamt Neuwied an die Ahr gewechselt. Karpinsky-Wirth, die im Westerwald lebt, stieg so von der ständigen Vertreterin zur Behördenchefin auf. Und informierte als solche über das Steueraufkommen 2019 im Kreis Ahrweiler mit seinen rund 129.000 Einwohnern.

■ Umsatzsteuer und Lohnsteuer: Die Steuereinnahmen des Finanzamts sind 2019 deutlich gestiegen, insgesamt wurden rund 523 Millionen Euro eingenommen – ein Plus von 51 Millionen im Vergleich zum Vorjahr. Mit rund 193 Millionen Euro ist die Umsatzsteuer dabei die größte Einnahmequelle (plus 7,85 Prozent), gefolgt von der Lohnsteuer mit etwas mehr als 156 Millionen Euro (plus 9,82 Prozent) „Alle Finanzämter haben 2019 Zuwächse zu verzeichnen. Wir liegen da im Trend. Wir hatten eine sehr gute Konjunktur“, so Karpinsky-Wirth.

Zudem informierte die Behörde an der Römerstraße in Ahrweiler über ihre „Leistungsdaten“. Was haben die 189 Beschäftigten – die überwiegende Zahl von ihnen Beamte und unter ihnen 29 noch in Ausbildung befindliche Anwärter – im vergangenen Jahr geschafft? Die Behördenchefin spricht von 189 „Köpfen“, arbeiten doch fast 27 Prozent der Beschäftigten Teilzeit. Im Kalenderjahr 2019 erteilten die Beamten rund 26.769 erstmalige Einkommensteuerbescheide. Gegen rund 669 Fälle wurde Rechtsmittel eingelegt. In 25,8 Prozent der Fälle wich das Finanzamt von der Erklärung ab: Heraus kam ein „Mehrergebnis von rund 3 Millionen Euro“. Die jeweiligen Betroffenen wird es nicht gefreut haben, sie mussten schließlich mehr Geld an den Fiskus herausrücken.

Die Behörde kommt freilich ihrem gesetzlichem Auftrag nach und spült so zusätzliche Euros für allgemeine Aufgaben in die Steuerkasse. Die Arbeitsbelastung sei seit Jahren gestiegen, „wir haben sehr viele Altersabgänge. Viele gehen in Pension in den nächsten fünf Jahren. Wir versuchen das zu kompensieren durch Nachwuchsgewinnung.“ Glücklicherweise habe das Mainzer Ministeriuim die erforderlichen Einstellungsermächtigungen erhöht.

■ Projekt Schule und Steuern: Das Finanzamt hat seit 2020 acht neue Mitwirkende beim Projekt „Schule & Steuern“. Mit dem Unterrichtskonzept sollen Schüler der Klassen 9-12 an Realschulen und Gymnasien über den Sinn und Zweck von Steuern aufgeklärt werden. Landesweit werden rund 1500 Schüler jährlich erreicht. Die Arbeit im Finanzamt können Schüler ab Klasse 9 auch durch ein einwöchiges Praktikum kennenlernen.

Bei Interesse wendet man sich an die FA-Geschäftsstelle. Infos unter www.jobs.fin-rlp.de.

■ Bonpflicht: Karpinksy-Wirth: „Es ist eine gesetzliche Vorgabe, der wir versuchen, genüge zu tun. Wir haben rund zwölf Anträge auf Befreiung erhalten.“

■ Cum Ex-Steuerbetrug auch an der Ahr?: Dazu Karpinksy-Wirth: „Wir haben solche Fälle, die gibt es in allen Finanzämtern.“