Weltmarke in Bad Neuenahr: Coca Cola lässt Besucher hinter die Kulissen blicken

Weltmarke in Bad Neuenahr : Coca Cola lässt Besucher hinter die Kulissen blicken

Die Weltmarke Coca-Cola hat in Bad Neuenahr seine Produktionsanlagen für Besucher bei laufendem Betrieb geöffnet. Von dem Andrang war das Unternehmen allerdings etwas überrascht.

Mit der Resonanz hatten die Organisatoren bei Coca-Cola nicht gerechnet. Flugs wurden noch schnell einige Hundert Würstchen mehr geordert, damit am Donnerstagabend auch alle Gäste bewirtet werden konnten. Der Brause- und Mineralwasserkonzern, der unter anderem Apollinaris, die "Queen of Tablewaters", produziert, hatte in Bad Neuenahr zu einem Abend der offenen Türen eingeladen. Interessierte konnten sich in Ruhe die ansonsten für die Öffentlichkeit geschlossenen Produktionsanlagen bei laufendem Betrieb anschauen. Mehr als 750 Menschen kamen in den vier Stunden, in denen das Werk am Ortseingang zu Heppingen geöffnet hatte.

Viele Besucher haben einen Bezug zum Unternehmen

Meist waren es Familien, die mit Kind und Kegel gekommen waren, aber auch viele ältere Herrschaften. Alle zehn Minuten starten Führungen, für die die Gäste allerdings präpariert sein mussten. Schutzanzüge, gelbe Warnwesten, Schutzbrillen, Ohrstöpsel, Hauben für das Haar: So mancher staunte nicht schlecht, in welcher Montur er den Gang durch die Hallen antreten musste. Hygienevorschriften werden bei Coca-Cola sehr ernst genommen.

Mehr als 800 Besucher am Donnerstagabend im Werk verköstigt. Foto: Martin Gausmann

Fachkundig erklärten Mitarbeiter die Produktionsabläufe, wie Heppinger Wasser, Apollinaris-Sprudel, Cola, Fanta oder Sprite in die Flaschen kommen, welcher logistische und organisatorische Aufwand betrieben wird, um die abgefüllte Ware zum Abtransport fertig zu machen. Auch die Behandlung des Leergutes löste Staunen aus: Nachdem Flaschen und Kästen den Betrieb erreicht haben, wird das Leergut vom Lastwagen entladen und über Transportbänder in die Produktionshalle gebracht.

Dort werden die Kisten zunächst mittels Lichtschranken und durch eine Kamera auf Fremdflaschen kontrolliert, so dass diese aussortiert werden können. Am Auspacker werden die Flaschen automatisch aus der Kiste gehoben und auf ein Flaschenband gestellt. Anschließend werden die Verschlüsse vom Flaschenhals abgedreht. Die leeren Kisten werden in einer Waschstraße separat gereinigt. In der Reinigungsmaschine für Glasflaschen können pro Stunde bis zu 72.000 Stück gereinigt werden. Nachdem sie vollständig entleert worden sind, werden sie in Laugetauchbädern und mehreren Spritzzonen gereinigt. Bevor die Flaschen dann die Reinigungsmaschine verlassen, werden sie mit Frischwasser ausgespült.

Ob Abfüllanlage oder Etikettierung: das Interesse an den Produktionsabläufen und den im Werk hergestellten Produkten war groß. Auch Bürgermeister Guido Orthen war gekommen und freute sich über den Andrang: "Das Unternehmen zeigt, dass ihm die Menschen hier wichtig sind. Und die Bad Neuenahrer zeigen, wie wichtig ihnen das Unternehmen ist." Heppingens Ortsvorsteher Klaus Kniel sagte: "Viele hier haben einen Bezug zu diesem Traditionsunternehmen. Schön, dass sich das Werk nun so öffnet."

Das fanden auch Linda und Siegfried Glink. "Für uns hat das auch etwas mit Emotionen zu tun. Wir fühlen uns Apollinaris und der Heilbadgeschichte von Bad Neuenahr sehr verbunden. Hier ist für uns ein Stück Heimat", meinte das Paar, nach seinem Rundgang, der mit Bratwurst und - wie könnte es anders sein - einer Coca-Cola und einem perlenden Mineralwasser seinen Abschluss fand. Anton Simons war mit seiner Frau aus Bad Bodendorf gekommen. "Es ist schon beeindruckend, die einzelnen Abläufe in der Produktion nachvollziehen zu können", sagte er. Hochzufrieden war auch Unternehmenssprecher Julian Stürcken, der eigens aus der Berliner Konzernzentrale angereist war: "Schon nach anderthalb Stunden haben wir den 500. Besucher gezählt. Und das an einem Donnerstagabend."

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