Zuflucht an der Ahr gefunden: Ausstellung zu Heinrich Böll in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Zuflucht an der Ahr gefunden : Ausstellung zu Heinrich Böll in Bad Neuenahr-Ahrweiler

„Einmischung erwünscht“ heißt die Ausstellung, mit der die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler an Heinrich Böll erinnert. Der Nobelpreisträger fand mit seiner Familie im Zweiten Weltkrieg Zuflucht an der Ahr.

Kann man einen Nobelpreisträger noch mehr würdigen? Wohl eher nicht. Aber an ihn erinnern. Das ist Sinn und Zweck einer Ausstellung, die noch bis zum 6. Oktober im Foyer des Rathauses der Kreisstadt zu sehen ist.

„Einmischung erwünscht“ ist der Titel der Ausstellung, die Einblicke in Leben und Werk des Schriftstellers Heinrich Böll (1917-1985) gibt. Dies auf großen Infotafeln der Heinrich-Böll-Stiftung, die sich auch der Zeit Bölls in Ahrweiler und in Bad Neuenahr widmen.

Zur Eröffnung begrüßte Bürgermeister Guido Orthen besonders René Böll, den jüngsten Sohn und Nachlassverwalter des Autors, sowie Alrun Schleif von der Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz und den Kölner Böll-Experten Markus Schäfer. Orthen: „Denn Böll ist nicht nur einer der prominentesten deutschen Autoren und Nobelpreisträger, sein Leben ist mit unserer Stadt auch durch persönliche Schicksalsschläge eng verbunden. Heinrich Böll und seine Familie haben hier nämlich in den Jahren 1943 und 1944 Zuflucht und Hilfe gefunden.“

Die Familie Bölls lebte seinerzeit im damaligen Hotel „Vier Winde“ an der Oberhutstraße, das später einem Bombenangriff zum Opfer fiel. Auf dieser historischen Grundlage hatte der Stadtrat bereits im Dezember beschlossen, Heinrich Böll eine Erinnerungstafel zu widmen. Sie ist in der Ausstellung zu sehen und wird am Gästehaus von Ursula Hildebrandt an der Steinfelder Gasse angebracht. Der Balkon des Gästehauses gehörte ursprünglich zum Gasthof „Vier Winde“.

„Ich finde es gut, dass in unserer Stadt an Heinrich Böll erinnert wird. Denn auch für uns heute haben der literarische Nachlass und die gesellschaftspolitische Botschaft Bölls nichts an Aktualität verloren. Sein aufrichtiges Bekennen zum Grundgesetz und den Grundrechten imponieren mir bis heute“, sagte Orthen bei der Ausstellungseröffnung.

Wobei der Titel „Einmischung erwünscht“ die aufrüttelnde Botschaft eines Autors sei, „der geprägt war durch die Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg und bereit war, die Grenzen von Meinungsfreiheit und Diffamierung auch mit juristischen Mitteln zu verteidigen. Eines Menschen, dessen große Stärke es war, die Leute so zu nehmen wie sie waren, ohne Hochmut, ohne Dünkel“.

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