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Altstadtfest in Ahrweiler: Parkplätze waren schnell Mangelware

Mit Schlittschuhen zum Altstadtfest : So war das Altstadtfest in Ahrweiler

Die Werbegemeinschaft lockte am Wochenende mit Attraktionen in die Ahrweiler Innenstadt. Freie Parkplätze waren hier schnell Mangelware.

Es ist noch nicht einmal fünf Monate her, da wurde in Ahrweiler beim obligatorischen Altstadtfest kräftig gefeiert. Parallel mit dem Weinmarkt, wie so oft. Und wieder kam die Terminfrage auf: Wieso zwei Veranstaltungen an einem Wochenende, beide auch noch parallel beworben. Schon einmal hatte sich das Fest vom Septembertermin verabschiedet, war in den Mai gewandert, rund um Muttertag. Das gab Widerstand. Vielleicht haben die Ahrweiler Händler und Gastronomen, die auf dieses Fest natürlich nicht verzichten wollen, jetzt den richtigen Termin gefunden.

Ein Fest im Winter, wo außer Karneval nicht besonders viel los ist. Drei Tage lang präsentierten sich die Mitglieder der Werbegemeinschaft aus dem westlichen Stadtteil, ganze zwei Wochen lang zeichnen sie für die Attraktion des Festes verantwortlich: Eine kleine Schlittschuhbahn mitten auf dem Marktplatz.

„Das ist so toll hier“, war die kleine Mirja am Sonntag Feuer und Flamme auf der Mini-Eisfläche. Schon nach wenigen Runden hatte sie den Bogen raus, Mama Nicole musste nicht mehr schützend dabei sein, wenn Mirja ihre Runden mit gut einem Dutzend anderer Kinder drehte. „Die Kleine hat solange gequengelt, bis wir heute nach Ahrweiler gefahren sind.“ Was die Mutter nicht verstehen konnte war, dass die Initiatoren von der Werbegemeinschaft sich nach Eröffnung der Kunsteisbahn in den sozialen Medien jeder Menge Schelte ausgesetzt sahen und sich beinahe dafür entschuldigen mussten, dass man den Gästen kein „großes Eisstadion“ anbot: „Hier wird man nicht nass, wenn man hinfällt, Eltern können auf Straßenschuhen gehen, um die Kinder zu begleiten. Das ist doch optimal. Und preiswert ist es auch noch.“ Fünf Euro waren zu bezahlen, wenn man seine Runden auf der Kunststoffbahn drehen wollte. Wer seine Schlittschuhe von Zuhause mitbrachte, durfte für zwei Euro aufs „Eis“.

Rund um die Bahn lockte derweil der Duft von Kässpätzle, Fritten oder Glühwein die Erwachsenen an. Nur für den Glühwein war es am Sonntag, dem dritten Tag des eigentlichen Altstadtfestes, ein wenig zu warm. Bei schon fast frühlingshaften Temperaturen dürften neben der Gastronomie, die von beinahe allen Ahrweiler Veranstaltungen profitiert, die Anbieter von Frühjahrs- und Sommermode gute Geschäfte gemacht haben.

Publikum war jedenfalls genug in der Stadt, schon kurz nach Öffnung der Geschäfte am Mittag wurde die Parkplatzsituation bereits knapp. „Ich habe mir das eben mal in Ahrhut- und Niederhutstraße angeschaut und bin der Meinung, dass hier mindestens so viele Menschen unterwegs sind, wir an unserem Septembertermin“, gab sich der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Ahrweiler, Thorsten Hermann, zufrieden.

Dass man sich mit der Entscheidung für Altstadtfest samt Laufbahn im Winter in ein großes Wagnis begeben habe, gab Hermann unumwunden zu. „Es hätte ja auch sein können, dass keiner kommt.“ Dann hätte man kräftig drauf gezahlt. Immerhin schlagen neben der Miete für die Schlittschuhbahn und das Zelt drumherum noch die erstmalige Investition in schmucke Beleuchtung und die Verpflichtung von Musikkapellen, die am Wochenende ständig durch die Stadt zogen, auf der Kostenseite zu Buche.

Bereits am Freitagabend herrschte in der Innenstadt Hochbetrieb. Schließlich hatten die Geschäfte bis 21 Uhr geöffnet. Reichlich zu tun bekamen die Einzelhändler auch am Samstag: Trotz des verregneten Wetters waren die Geschäfte und Gastrobetriebe gut besucht. Das war dann auch am verkaufsoffenen Sonntag der Fall.

Was am Ende unterm Strich stehen wird, bleibt nach Abrechnung der Eintrittsgelder nach dem letzten Tag der Schlittschuhbahn abzuwarten. Dann erst kann das endgültige Fazit gezogen werden. Thorsten Hermann glaubt derweil heute schon, dass die außergewöhnliche Idee des Altstadtfestes mitten im Winter durchaus Zukunft haben kann.

Die Kunsteisbahn steht jedenfalls noch bis 9. Februar werktäglich ab 15 und am Wochenende ab 12 Uhr fürs winterliche Vergnügen bereit.