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Ahrweiler: Kritik am Abriss von zwei Häusern

Stadtentwicklung : Kritik am Abriss von zwei Häusern in Ahrweiler

Die Kreisverwaltung in Ahrweiler plant einen Erweiterungsbau. Dafür mussten zwei alte Gebäude abgerissen werden. Altbauschützer der Bürgerinitiative „Lebenswerte Stadt“ sind mit dem Vorgehen nicht einverstanden - nicht zum ersten Mal.

Die Bürgerinitiative „Lebenswerte Stadt“ beklagt einmal mehr den Abriss zweier Häuser. Diesmal in Ahrweiler. Die Nummern 32 und 34 an der Wilhelmstraße waren schon seit einigen Jahren unbewohnt. Die Kreisverwaltung hat bereits vor Jahren die Anwesen aufgekauft. „Es hat den Anschein, als seien sie bewusst nicht gepflegt worden“, schreibt die Initiative. Die seit Jahren aus allen Nähten platzende Kreisverwaltung möchte dort einen Erweiterungsbau verwirklichen.

Die Bürgerinitiative „lebenswerte Stadt“, die sich für eine behutsame Stadtentwicklung einsetzt, sieht dies mit großem Unverständnis. Der obersten Baugenehmigungsbehörde, die auf Kreisebene angesiedelt ist, hätte eine andere Vorgehensweise gut angestanden, meint die Initiative.

„Wem, wenn nicht ihr, muss bekannt sein, wie derzeit historische und erhaltenswürdige Bauten in ungebremster Baugoldgräberstimmung – komme was wolle – aufgekauft und abgerissen wurden, um architektonisch banalen und überdimensionierten Wohnblocks Platz zu machen“, so der Sprecher der Altbaubeschützer, Markus Hartmann.

Die Kreisverwaltung müsste selbst mit Argwohn erkennen, wie in Bad Neuenahr und längst auch schon in Ahrweiler „ehedem geschlossene Zeilen historischer Bausubstanz für seniorengerechte Investorenhäuser ausradiert werden“.

Hartmann: „Hier nun hätte sie vor der eigenen Haustüre und als Bauherrin zeigen können, dass es auch anders geht. Sie hätte einen architektonisch pfiffigen Erweiterungsbau unter Erhalt der beiden historischen Häuser kreieren können.“

Dass die Kreisverwaltung in Ahrweiler hierfür über die nötige Kompetenz verfüge, sei kein Geheimnis. Schließlich sei sie ja selbst Herausgeberin von wunderbaren Baulektüren, die sich für regionale Baukultur einsetzten, ortstypische Bauweisen und Materialien befürworteten und den Erhalt historischer Bausubstanz predigten.

Umso unverständlicher seien nach Meinung der Initiative die aktuellen Baupläne. Die Chance, innovativ aufzuzeigen, wie alt und neu zukunftsweisend miteinander verbunden werden könnten, sei vertan.

„Beide Häuser entstanden Ende des 19. Jahrhunderts als Wohnhäuser. Auffällig ist die Fassadengestaltung mit Ziegeln. Sie gehörten sicherlich nicht zu den aufwendigsten Bauten entlang dieser sich neu entwickelnden Villenstraße der Kreisstadt, fügten sich aber harmonisch in ihren Flair des Repräsentativen und Gutbürgerlichen“, heißt es abschließend in der Erklärung der Bürgerinitiative. frv