Tourismus im Ahrtal: Ahrtal-Tourismus geht in die Werbeoffensive

Tourismus im Ahrtal : Ahrtal-Tourismus geht in die Werbeoffensive

Der Verein Ahrtal-Tourismus blickt optimistisch in die Zukunft. Das liegt nicht zuletzt an der Landesgartenschau 2022 in Bad Neuenahr-Ahrweiler, zu deren Hauptprofiteuren das Gastro- und Hotelgewerbe sowie der Einzelhandel gehören dürften.

Zwar ist der Ahrtal-Tourismus als eigenständiger Verein mit einst unabhängiger Geschäftsführung inzwischen Bestandteil der Ahrtal und Bad Neuenahr-Ahrweiler Marketing GmbH, deren einziger Gesellschafter die Stadt ist, doch ist der Elan in der Außenvermarktung der heimischen Gastronomie, Hotellerie und der Region als Tourismusdestination ungebrochen. Dies wurde in der jüngsten Mitgliederversammlung der Fremdenverkehrsakteure deutlich.

322 Mitglieder hat der Ahrtal-Tourismus in seinen Reihen, zehn Zugänge standen 18 Kündigungen in 2019 gegenüber. Vereinschef Christian Lindner rief kurz die vergangene Entwicklung in Erinnerung, die in der Übernahme des Vereins in die städtische GmbH mündete: „Wir mussten uns neu orientieren, organisieren und strukturieren. Es war klar, dass es etwas dauern würde, bis alles rund läuft.“ Nunmehr könne man jedoch positiv nach vorne schauen.

Was nicht zuletzt an der Landesgartenschau liegen dürfte, zu deren Hauptprofiteuren das örtliche und benachbarte Gastro- und Hotelgewerbe sowie der Einzelhandel gehören dürften. Lindner: „Es passiert etwas.“ Er sprach von „einer spannenden Zeit“. Der früheren Geschäftsleitung des Ahrtal-Tourismus, Andreas Wittpohl und Oliver Piel, sprach er unter dem Beifall der Mitglieder besonderen Dank für deren außergewöhnliches Engagement und Verdienste um den Tourismus im Ahrtal aus. Beide haben der städtischen Gesellschaft als neuer Dachorganisation der Fremdenverkehrsbranche allerdings inzwischen den Rücken gekehrt.

Wie Christian Senk, Geschäftsführer der Ahrtal und Bad Neuenahr-Ahrweiler Marketing GmbH, mitteilte, werde die Stelle eines neuen Tourismus-Referenten in Kürze ausgeschrieben. 50 Mitarbeiter sind inzwischen in der Gesellschaft beschäftigt, in der die Heilbad GmbH, der Ahrtal-Tourismus, der Ahrwein e.V., das City-Management, die Wirtschaftsförderung der Kreis­stadt sowie die Betreuung der Werbegemeinschaften Ahrweiler und Bad Neuenahr aufgegangen sind.

Udo Valentin referierte über Tourismusstrategien. Foto: Martin Gausmann

Umfassende Gästebefragung

„Wir wollen Synergien unter der gemeinsamen Marke ’Natürlich im Ahrtal’ nutzen“, sagte Senk. Die Vermittlung von Fremdenzimmern und damit einhergehende Provisionszahlungen, Gästeführungen, Ticketverkauf und die Veranstaltung von Events seien tragende Säulen des GmbH-Geschäfts, das fortan in der Vermarktung der Region noch offensiver werden will. Eine umfassende Gästebefragung soll Aufschluss geben über den Touristen und den Tagungsgast, seine Motivation, das Ahrtal aufzusuchen, Aufenthaltsdauer und Freizeitaktivitäten. Senk: „Wir wollen unsere Gäste viel besser kennenlernen, um intensiver auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können.“

Social Media soll stärker eingebunden werden

Stärker als bisher wolle man die Social Media-Welt bespielen, die Homepage soll aufgefrischt, der Prozess einer Digitalisierung der Gästekarte forciert werden. Inhaltlich überarbeitet werden soll die alle zwei Monate mit einer Auflage von je 50 000 Exemplaren erscheinende Werbebroschüre „Ahrtaler“. Insgesamt verfügt Senk im Bereich des Ahrtal-Tourismus über ein Budget von 1,25 Millionen Euro, 473.000 Euro entfallen 2020 auf die Personalkosten (Vorjahresplanung: 654.000 Euro, Ist-Ergebnis 2019 war jedoch lediglich 418.300), 130.000 auf Veranstaltungen, rund 200.000 Euro auf den Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit – satte 90.000 Euro mehr als im Vorjahr.

Aus dem auch für den Fremdenverkehr im Land zuständigen Wirtschaftsministerium referierte Udo Valentin über die Tourismusstrategien des Landes. Insgesamt habe der Tourismus in Deutschland an Fahrt aufgenommen.

Das Land Rheinland-Pfalz habe jedoch trotz seiner wunderbaren Landschaft, seiner engagierten Unternehmer und zahlreicher Kulturdenkmäler nicht in dem Maße profitieren können wie andere Bundesländer. Was unter anderem auch am boomenden Städtetourismus liege, der in Rheinland-Pfalz naturgemäß mangels großer Städte nur wenig ausgeprägt ist. Unter dem Strich hätten jedoch Gäste- und Übernachtungszahlen zugenommen.

Als wichtiges Handlungsfeld nannte Valentin wenig überraschend die Digitalisierung. Auch dass „Rheinland-Pfälzer Botschafter für Lebensqualität“ sein sollen, dass man „die Gäste- und Wertschöpfungsorientierung ausbauen“ und „Kooperationen stärken“ wolle, hatte für den Ahrtal-Tourismus nur wenig Neuigkeitswert. Höflichen Applaus gab es trotzdem.