Landesgartenschau in Bad Neuenahr

SPD will mehr Sachlichkeit beim Thema Baumfällungen

Mitglieder der SPD-Fraktion beim Ortstermin an der Ahr in Bad Neuenahr.

Mitglieder der SPD-Fraktion beim Ortstermin an der Ahr in Bad Neuenahr.

BAD NEUENAHR. Die geplante Fällungen von Bäumen an der Ahr sorgen in der Kreisstadt weiter für viel Diskussionsstoff. Die Stadtratsfraktion der SPD mahnt zu weniger Emotionen.

Die geplanten Fällungen von Bäumen am Ahrufer beschäftigen weiter die Gemüter. In der Beratung des Haupt- und Finanzausschusses hatte Ratsfrau Ursula Koll für die SPD-Fraktion deutlich gemacht, dass es keinen „Freifahrtschein zum Abholzen von Bäumen und für die Neuanlage von Alleen in der Georg-Kreuzberg- und in der Lindenstraße von Bad Neuenahr geben kann“. Damit stellte sie die Weichen für eine weitere intensive Diskussion zu diesem besonderen Thema und die ergänzende Beteiligung des städtischen Landschaftspflegeausschusses.

Im Vorfeld der jetzt anstehenden Beratungen in den Ausschüssen und der final im Stadtrat zu treffenden Entscheidung, ob und welche Alleen neu zu gestalten sind, verschafften sich Mitglieder der SPD-Fraktion noch einmal einen Überblick über die Situation in den beiden Straßen. Wie sie nun dem General-Anzeiger mitteilten, treten dabei „auf jeden Fall für eine möglichst sachgerechte und nicht emotional geprägte weitere Debatte um das Entfernen und das Neupflanzen von Alleebäumen ein“.

Abschnittsweiser Baum-Erhalt

Bei ihrem Rundgang hätten die Fraktionsmitglieder dabei auch vielfache Gelegenheit zu Gesprächen mit Bürgern gehabt, in denen auch von deren Seite sowohl Pro als auch Kontra Baumfällungen argumentiert worden sei.

Als vorläufiges Fazit – auch für ihre weiteren Überlegungen in der SPD-Stadtratsfraktion – zeichneten die Teilnehmer an dem Rundgang eine mögliche Kompromisslinie auf, die einen abschnittsweisen Erhalt vorhandener und erhaltenswerter Bepflanzungen und auch abschnittsweise Neuanlagen dort, wo Bäume offensichtlich geschädigt sind, vorsehen könnte. „Außerdem gibt es einige solitäre Bäume, beispielsweise in der Georg-Kreuzberg Straße, die aufgrund ihres Alters und ihres Wuchses in die weiteren Planungen integriert und somit erhalten bleiben sollten“, erklärte die SPD.

Bei Neuanpflanzungen sechs Meter Wuchshöhe

Stellvertretende Vorsitzende Ursula Koll sagte: „Denkbar sind beispielsweise der Erhalt der Kastanienreihe in der Georg-Kreuzbergstraße, der offenkundig gut gewachsenen Schwarznussbäume zwischen Kurgarten- und Casinobrücke sowie am Ende der Landgrafenstraße etwa ab Höhe der Einmündung der Jülichstraße. Eine Erneuerung der Allee im Zwischenstück der Lindenstraße wie auch in Teilen der Georg-Kreuzberg-Straße würde dann auch dem zukunftsgerichteten Nachhaltigkeitsansatz der Landesgartenschau entsprechen.“ Bei notwendigen Neuanpflanzungen plädiert die SPD schließlich für Bäume mit mindestens sechs Metern Wuchshöhe.

Am 20. Februar wird das Thema zunächst im Landschaftspflegeausschuss behandelt. „Wir erwarten dort ergänzende Bewertungen von Gutachtern mit genaueren Informationen zum Zustand der Bäume und zum gesamtökologischen Ansatz“, so Ausschussmitglied Ursula Koll.

Keine Chance sieht die SPD-Fraktion im Übrigen zur Anlage einer Fahrradstraße in der Lindenstraße. Werner Kasel: „Wir sind grundsätzlich für Fahrradstraßen. Die verkehrsrechtlichen Anforderungen hierfür dürften aber in einer Straße, die von sehr viel Gewerbe und entsprechend zwangsläufigem Kraftfahrzeugverkehr geprägt ist, ganz einfach nicht gegeben sein.“