Bürgermeister und König der Bürgerschützen

Ex-Bürgermeister von Bad Neuenahr gestorben

Sein größter Tag: Edmund Flohe am Dreifaltigkeitssonntag 2003 als Bürgerschützenkönig von Ahrweiler. FOTO: GAUSMANN

Sein größter Tag: Edmund Flohe am Dreifaltigkeitssonntag 2003 als Bürgerschützenkönig von Ahrweiler. FOTO: GAUSMANN

KREISSTADT. Trauer in der Kreisstadt. Edmund Flohe ist am Sonntag, drei Tage nach seinem 82. Geburtstag, gestorben. Der gebürtige Walporzheimer war von 1994 bis 2002 Bürgermeister der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

„Mit Edmund Flohe ist eine Persönlichkeit unserer Stadt und zugleich ein echter Sohn des Ahrtals von uns gegangen“, sagte Bürgermeister Guido Orthen. „Unter seiner wegweisenden soliden und zuverlässigen Haushaltsführung hat sich die Kreisstadt weiter zum Positiven entwickelt. Seine Beharrlichkeit für die Sache und sein Bewusstsein für das Machbare bestimmten sein Handeln – und dafür wurde er in den Gremien und von der Öffentlichkeit immer geschätzt.“

Flohe gehörte im Jahr 1994 zu den hauptamtlichen Bürgermeistern, die in Rheinland-Pfalz bei einer Urwahl erstmals direkt von der Bevölkerung gewählt worden waren. „Zu den Kennzeichen seines Wirkens zählt insbesondere die Konsolidierung der städtischen Finanzen“, so Orthen weiter. Während der Amtszeit von Flohe wurden zudem Baumaßnahmen fertiggestellt, die heute noch die Infrastruktur in der Kreisstadt mitprägen. Dazu gehören beispielsweise das Helmut-Gies-Bürgerzentrum in Ahrweiler, der Neubau des Feuerwehrhauses an der Heerstraße, die Entwicklung des Mittelzentrums und die Sanierung und Erhöhung der Bahnsteige am Bahnhof Bad Neuenahr. Projekte, die er mit dem Rat und seinem damaligen Ersten Beigeordneten und späteren Nachfolger, Hans-Ulrich Tappe, umsetzte.

Schon vor seiner Amtszeit hatte Flohe in verschiedenen städtischen Gremien mitgewirkt. So war er von 1974 bis 1994 Mitglied des Stadtrats, dabei von 1979 bis 1994 Vorsitzender der CDU-Fraktion. Bereits seit der Gründung der Gesamtstadt im Jahre 1969 hatte er die Entwicklungen in Bad Neuenahr-Ahrweiler auch in verschiedenen Ausschüssen aktiv mitgestaltet. So gehörte er von 1969 bis 1974 dem Straßenverkehrsausschuss sowie dem Sport- und Kulturausschuss an. Von 1974 bis 1994 hatte er 20 Jahre lang Sitz und Stimme im Hauptausschuss sowie im Rechnungsprüfungsausschuss.

Auch in der Kreispolitik hat Flohe mitgemischt. Dem Kreistag von Ahrweiler gehörte er von 1969 bis 1974 und von 1989 bis 1994 an. Von 1990 bis 1994 war Flohe als Nachfolger von Wilhelm-Josef Sebastian zweiter Kreisdeputierter. Bei seiner Wahl zum Bürgermeister war CDU-Mann Flohe in der Stichwahl gegen seinen Parteifreund Winfried Schneider als Einzelkandidat angetreten und hatte sich mit 56,1 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Eine seiner ersten Amtshandlungen im Rathaus: Der Dienstwagen des Bürgermeisters mit dem Kennzeichen „AW-200“ wurde abgeschafft. Flohe setzte eben auf Sparsamkeit.

Der größte Tag in seinem Leben war jedoch der Dreifaltigkeitssonntag 2003. An diesem Tag wurde Edmund Flohe König der Ahrweiler Bürgerschützen, dessen Leutnantsglied er 1965 mit aus der Taufe gehoben hatte. Zu Flohes Tod erklärte Bürgerhauptmann Jürgen Knieps: „Unsere vaterstädtischen Traditionen des Schützenwesens waren Edmund Flohe schon seit seiner Junggesellenzeit sehr wichtig. Wir verlieren mit ihm einen Schützenbruder und ehemaligen König, der sich stets für unsere Gesellschaft eingesetzt und sich für sie sehr engagiert hat.“

Flohe hat sich auch in anderen Ehrenämtern viele Verdienste erworben. So prägte er von 1965 an für 32 Jahre als Vorsitzender den Sportverein Walporzheim, dem er bis zuletzt als dessen Ehrenvorsitzender angehörte. Darüber hinaus war er seit 2009 Ehrenmitglied des Männergesangvereins Lyra Walporzheim.

Außerdem hat er sich für den Weinbau und die Winzer engagiert. Flohe, der auch eigene Weinberge hatte, war der letzte Aufsichtsratsvorsitzende der Winzergenossenschaft Walporzheim, bevor diese im Jahre 2009 mit der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr fusionierte.

In Anerkennung seiner besonderen Verdienste wurde Flohe bereits 1981 mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Erst vor wenigen Monaten wurde er für seine 60-jährige Mitgliedschaft in der CDU geehrt.

Für den verstorbenen Altbürgermeister wird ab Dienstag, 19. März, im Bürgerbüro des Rathauses der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ein Kondolenzbuch ausgelegt. Dort besteht dann für die Bürger während der Öffnungszeiten die Möglichkeit, sich in das Buch einzutragen.

Die Exequien für Edmund Flohe werden am Dienstag, 26. März, ab 14 Uhr, in der Sankt-Laurentius-Pfarrkirche in Ahrweiler gehalten. Bürgerhauptmann Jürgen Knieps fordert die mehr als 700 Ahrweiler Bürgerschützen zum letzten Geleit auf.