Kreishaus

Ausstellung zeigt spektakuläre Funde

"Eisenschmelzer im römischen Ahrtal" heißt die Ausstellung im Kreishaus.

Ahrweiler. "Unser kulturelles Erbe", so Landrat Jürgen Pföhler im Kreishaus, demonstriert die kleine feine Ausstellung "Eisenschmelzer im römischen Ahrtal". Der Laie erkennt in Wandmalspuren, Fensterglas, einem Armreiffragment sowie Stücken groben Koch- und feinen Tafelgeschirrs auf Anhieb keine Sensation.

Jedoch sind jene antiken Funde, die der Förderverein für Archäologie und Museumskultur der Kreisstadt (FAM) 2010 und 2011 bei Ausgrabungen in der römischen Siedlung "An den Maaren" hob, "spektakulär".

Das erklärte Römervilla-Museumsleiter Hubertus Ritzdorf zur Eröffnung mit Axel von Berg (Generaldirektion Kulturelles Erbe RP), Eva-Maria Kreuter (FAM-Vorsitzende), Eveline Saal (Grabungsleitung; Ausstellungskonzept) und Bernd Walther (FAM-Projektleiter Archäologie).

Ohne diese Einrichtungen, das Landesmuseum Koblenz, Kreisstadt und Landkreis als Duo-Träger des Museums Römervilla, "würde es das Projekt nicht geben", betonte Pföhler. Der Kreis unterstützte die Grabungskampagne im Ahrweiler Wald mit 10.000 Euro. Gerade hat die Landespflege dem Förderverein weitere 5000 Euro für Ausgleichsmaßnahmen bewilligt.

Aber den größten wirtschaftlichen Beitrag leisteten die FAM-Ehrenamtler durch bislang 3500 Arbeitsstunden (Bernd Walther). Die Grabungsergebnisse übertrafen alle Erwartungen. "Es wurde noch ein Herrenhaus gefunden, nicht so groß wie die Römervilla, aber vergleichbar luxuriös. Die Römervilla ist besser erhalten, doch die Funde in der Eisenschmelzersiedlung sind ergiebiger", sagte Ritzdorf.

Dies, weil die Besitzer wohl durch eine Katastrophe ihr Herrenhaus überstürzt verließen. Zurück blieben, wie die Leihgaben der Landesarchäologie, die später an die Römervilla gehen, zeigen, Münzen, Keramik, Schmuck, "als kleine Sensation" eine intakte Bronzeplatte, ein versilberter Servierplattengriff und der äußerst seltene Fund einer bemalten Tonrassel. Die Besitzer der ein Hektar großen Gesamtanlage, bisher umfassendster Nachweis römischer Metallproduktion nördlich der Alpen, hatten offenbar Kinder.

Die Ausstellung in der Kreisverwaltung ist bis zum 3. Mai zu sehen.