Dokumentationsstätte Regierungsbunker im Ahrtal: Andrang im geheimsten Bauwerk Deutschlands

Dokumentationsstätte Regierungsbunker im Ahrtal : Andrang im geheimsten Bauwerk Deutschlands

Es dürfte eines der bestbesuchten Museen in Rheinland-Pfalz sein: die Dokumentationsstätte Regierungsbunker am Ahrweiler Silberberg. Zum Tag der Deutschen Einheit wurde seit der Museumseröffnung des aus Beton und Stahl bestehenden Zeitzeugnisses im Jahre 2008 der 600 000. Besucher vor den atombombensicheren Toren willkommen geheißen.

Mit Wein und Blumen wurde Beate Krick aus Oberursel von der Museumsleitung überrascht. Insgesamt wurden am Einheitstag 835 Besucher gezählt.

Zum 25. Jahrestag der deutschen Einheit war der Andrang besonders groß. Im früheren Regierungsbunker im Ahrtal, dem geheimsten Bauwerk in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands, wurden Gruppen in mehr als 40 Führungen durch die Gänge und Räume geschleust.

Der Bunker hätte im Notfall zur Zeit des kalten Krieges 3000 Amtsträger aus der damaligen Hauptstadt Bonn aufnehmen können. Wie sie damals dort in einem 17 Kilometer langen Gängesystem untergebracht worden wären, konnten sich die Besucher zeigen lassen. 1997 wurde der Bunker aufgegeben, der Großteil wurde bekanntlich zurückgebaut. Zur Zeit des Kalten Krieges hielten beide Seiten ihre jeweiligen Komplexe streng geheim, denn auch die DDR hatte ihren Regierungsbunker.

Mit der Fertigstellung 1971 war die Ahrweiler Bunkeranlage auf 17,3 Kilometer gewachsen und umfasste 936 Schlaf- sowie 897 Büroräume. Nach dem Rückbau zwischen 2001 und 2006 sind 203 Meter der ehemaligen Anlage als Dokumentationsstätte erhalten. Zu sehen sind das Zimmer des Bundeskanzlers, das Bundespräsidialamt oder der Raum für den gemeinsamen Ausschuss aus Bundestag und Bundesrat. Ein kleines Fernsehstudio ist ebenso vorhanden wie eine Friseurstube und eine Krankenstation.

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