Traumschlösschen wird zum Leben erweckt

Immobilienfirma plant 41 hochwertige Wohnungen für das Park-Gelände an der Godesberger Rheinallee - Ehemaliges Studentenwohnheim und Remise werden saniert - Ein Neubau

Villenviertel. Früher waren es wohlhabende Patienten mit Problemen im Magen-Darm-Trakt, die in die Rheinallee kamen, um sich kurieren zu lassen. In Zukunft werden wieder wohlhabende Menschen in dem kleinen Traumschlösschen im Villenviertel sein, in dem der Arzt Rudolph Schorlemmer ab 1894 ein Sanatorium eingerichtet hatte.

Nachdem für einige Jahre Studenten die Gelegenheit hatten, in dem verträumt liegenden Gebäude zu wohnen, als das Studentenwerk die Villa in ein Wohnheim umwandelte, wurde der Prachtbau stillgelegt, weil brandschutzrechtliche Betimmungen nicht eingehalten werden konnten.

Nach einigen Jahren Brache hat nun die Prinz von Preußen Grundbesitz AG das Gebäude zwischen Herderstraße und Uhlandstraße gekauft. Das Unternehmen, das auf die Entwicklung und Vermarktung denkmalgeschützter Gebäude spezialisiert ist, plant 41 hochwertige Eigentumswohnungen in den alten Gebäuden und in einem Neubau. Das Studentenwerk finanziert mit dem eingenommenen Geld ein neues Studentenwohnheim am Hermann-Wandersleb-Ring in Endenich.

In drei Bauabschnitten soll die "Parkensemble" genannte Wohnanlage entstehen. Mit der Sanierung des denkmalgeschützten Gründerzeithauses aus dem Jahre 1899 mit dem Namen "Maison Herderstraße" wird bald begonnen. Es entstehen fünf Eigentumswohnungen, zwischen 100 und 154 Quadratmetern groß. Das Penthouse lockt mit einer 80 Quadratmeter großen Dachterrasse.

Im "Schlösschen" selbst, zukünftig Villa genannt, entstehen im zweiten Bauabschnitt 27 Eigentumswohnungen bis zu einer Größe von 120 Quadratmetern. Der dritte Bauabschnitt umfasst die denkmalgeschützte Remise im Park und einen Neubau. Nach 14 Monaten Bauzeit soll alles fertig sein, Tiefgarage und Außenstellplätze inklusive.

2 900 Euro pro Quadratmeter müssen zukünftige "Schlossherren" auf den Tisch legen - nichts für den ganz kleinen Geldbeutel. Dafür verspricht die Prinz von Preußen AG glanzvolles Wohnen in historischen Objekten. "Sie finden in den spätklassizistischen Häusern bunte Art-Deco-Verglasungen, wertvolle Eichenläufe, Massivparkett, originalen Stuck und große Balkone vor", schwärmt Vorstand Theodor Tanzen.

Kapitalanleger und Eigennutzer profitieren außerdem von der Denkmalschutzförderung. Aber nur, wenn sie vor Beginn der Bauarbeiten einen Kaufvertrag über eine Wohnung auf dem 6 400 Quadratmeter großen Grundstück abgeschlossen haben.

Die Prinz von Preußen AG war bisher vorwiegend in Berlin und Potsdam tätig, will aber verstärkt im "hochwertigen Bonner Immobilienmarkt" investieren. Am prosperierenden Wirtschaftsstandort Bonn sehe man eine große Nachfrage gerade für Eigentumswohnungen ab 100 Quadratmetern, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Franz-Wilhelm Prinz von Preußen.