Entdeckungsreise durch 54 Gotteshäuser

<b>Gemeinsame Sache</b> machen (von links) Hans-Josef Falkenstein von den Stadtwerken, Alt-Superintendent Burkhard Müller und Pastor Herwig H. Mauschitz bei der "1. Bonner Kirchennacht".

<b>Gemeinsame Sache</b> machen (von links) Hans-Josef Falkenstein von den Stadtwerken, Alt-Superintendent Burkhard Müller und Pastor Herwig H. Mauschitz bei der "1. Bonner Kirchennacht".

Bonner Kirchennacht lädt Menschen zum Feiern, Musizieren und Innehalten ein - Meditation, Gesang und Tanz zeigt Vielfalt in den Gemeinden

Bonn. "Nachts sind alle Kirchen auf" - unter diesem Motto laden für kommenden Freitag, 26. November, 54 Kirchen im ganzen Stadtgebiet zur Entdeckungsreise - zur 1. Bonner Kirchennacht - ein. "Das ist eine wunderbare Gelegenheit, die große Kirchenvielfalt hier kennenzulernen", sagt Burkhard Müller, Mitorganisator und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Bonn. Neben 31 katholischen und 17 evangelischen Kirchen beteiligen sich auch Gemeinden wie die anglikanische Kirche, die Griechisch-Orthodoxe Kirche oder die American Protestant Church an der Kirchennacht.

"Die Initialzündung für das Projekt gab der Ökumenische Kirchentag im Jahr 2000; wir sagten uns, da machen wir weiter", sagt Herwig H. Mauschitz, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde und stellvertretender Vorsitzender des ACK Bonn. Unkenrufen zum Trotz meldeten sich immer mehr Kirchen, die mitmachen wollten. "Die große Beteiligung zeigt die Sehnsucht der Kirchen nach Spiritualität", ist der evangelische Pressepfarrer Joachim Gerhardt überzeugt. Nachts hätten Kirchen ihre ganz eigene Atmosphäre. Die Organisatoren hoffen, dass sich auch eher kirchenferne Menschen dieser nicht entziehen können.

"Jede Kirche war frei in ihrer Programmgestaltung", betont Müller. Die Vielfalt, die auf die Beine gestellt wurde, begeistert ihn: "Ich bin selbst schon ganz gespannt und freue mich, auch mal Kirchen zu besuchen, in die ich sonst nicht komme." In der "Kernzeit" von 20 bis 24 Uhr haben alle Kirchen geöffnet. "Manche beginnen schon früher, anderen machen auch nach Mitternacht weiter", sagt Gerhardt. Um 19.30 Uhr läuten alle Kirchen die Nacht ein, die auch den Beginn der Adventszeit symbolisiert.

"Es ist toll zu sehen, wie sehr sich die Menschen in den Gemeinden engagieren", sagt Gerhardt. So laden zum Beispiel Jugendliche in die kleine Hauskapelle zwischen Bouvier und Sinn Leffers zur "Church meets music"-Nacht ein. Die Kessenicher Friedenskirche spricht besonders Frauen mit ihrem ökumenisch organisierten Programm "Advent: Mehr als alles - Frauen brechen auf" an. Zur "Indischen Nacht" lädt Sankt Augustinus in Bad Godesberg ein, und der katholische Pfarrverband nimmt mit drei Kirchen (St. Cäcilia, St. Gallus, Heilig Kreuz) teil, zwischen denen Pendelbusse fahren.

Damit die Besucher schnell zu allen Kirchen kommen, gilt das Programmheft als Fahrkarte auf allen Strecken der SWB. "So können wir zeigen, dass man in Bonn rund um die Uhr mobil sein kann", sagt Hans-Josef-Falkenstein von den Stadtwerken.

Die Programm-Flyer liegen in den Kirchen, Rathäusern sowie Volks- und Raiffeisenbanken aus.

Das Programm der 1. Bonner Kirchennacht.