Morenhovener Kabarett-Tage

Die Lupe geht an Helmut Schleich

Erhält den Kabarettpreis: Der Münchner Helmut Schleich, hier imitiert er den früheren CSU-Politiker Franz Josef Strauß.

SWISTTAL-MORENHOVEN. Sein Debüt im Morenhovener Krea-Theater vor neun Jahren versprach alles andere als appetitlich zu werden: "Das Auge isst man mit" hieß seinerzeit das Soloprogramm des Münchners Helmut Schleich, inzwischen regelmäßiger Gast beim satirischen Fernsehstammtisch "Ottis Schlachthof". Im Jubiläumsjahr der Morenhovener Kabarett-Tage wird er mit der "Lupe" ausgezeichnet.

Und da Klaus Grewe vom Vorstand der Initiative KuSS (Kultur und Spektakel im Swisttal) die Künstler der Morenhovener Kabarett-Tage seit jeher gern aus Bayern rekrutiert hat, offerierte er dem Publikum nach Gerhard Polt und Andreas Giebel damals einen weiteren vielversprechenden Querkopf. Der wird nun im Jubiläumsjahr - KuSS und die Kabarett-Tage feiern ihr 25-jähriges Bestehen - mit der Morenhovener Lupe ausgezeichnet. Am Samstag, 27. Oktober, nimmt Schleich den Preis im Bürgerhaus Morenhoven entgegen und zeigt Ausschnitte seines aktuellen Programms "Nicht mit mir!", sein drittes Gastspiel nach 2003 und 2006.

Zu diesem Zeitpunkt dürften ein Stück weiter die Arbeiten an der Alten Schule schon in vollem Gange sein. "Wir werden bei der nächsten Sitzung des Bauausschusses den Auftrag für die Umbau- und Sanierungsarbeiten an einen General-Unternehmer vergeben", kündigt Bernd Kreuer, Sprecher der Gemeinde Swisttal, an. Die Kosten sind auf 315.000 Euro festgeschrieben; bis Ende des Jahres sollen - so denn alles reibungslos verläuft - die Arbeiten abgeschlossen sein.

Modernisierung der Alten Schule

Was von der Alten Schule stehen geblieben ist, wird von Grund auf modernisiert. Der Werkraum im Keller wird so hergerichtet, dass er von der Kreativitätsschule (Krea) genutzt werden kann. Im Erdgeschoss finden der Theatersaal, ein Büro, Teeküche und Bar, ein Stuhllager, Toiletten sowie die Künstlergarderobe Platz. So sieht der Kompromiss aus, auf den sich eine interfraktionelle Arbeitsgruppe nach einem Ortstermin an der Vivatsgasse geeignet hatte.

"Es ging darum, ein bestehendes Kultur- und Freizeitangebot im Ort zu erhalten. Und das Bürgerhaus war dafür keine Option", erläutert Kreuer. Es ging aber auch darum, die Kosten zu deckeln. Dadurch, dass zum Beispiel der Estrich im Erdgeschoss erhalten bleibe, würden rund 40.000 Euro gespart, ergänzt der Gemeindesprecher. "Wir haben eine gute Lösung gefunden, die es nunmehr umzusetzen gilt." Und zwar unter den Augen der Initiatoren von KuSS und Krea, die genau hinschauen werden, welche Fortschritte ihr neues "Zuhause" macht.

Bekannte Namen auf der Bühne

"Für uns ist es entscheidend, unserem Publikum zu signalisieren: Es geht weiter", betont Grewe. Und an das gelegentliche Improvisieren sei man schließlich gewöhnt. So wurde das Programm der Kabaretttage, die sonst in der Alten Schule stattfanden, diesmal ein wenig "abgespeckt". Von sieben Veranstaltungen zwischen dem 20. Oktober und dem 13. Januar finden fünf im kleinen Saal des Bürgerhauses und zwei im Rheinbacher Stadttheater statt. Dazu zählt neben der kabarettistischen Jahresendabrechnung namens "Schlachtplatte", die seit 2010 gute Tradition ist, auch das Gastspiel der rheinischen Lokalmatadoren Fritz Litzmann und Hermann Schwaderlappen alias Rainer Pause und Norbert Alich aus dem Bonner Pantheon.

Im Morenhovener Bürgerhaus geben sich derweil Philipp Weber, Gernot Voltz, Erwin Grosche und Claus von Wagner die Klinke in die Hand - alte Freunde inzwischen und in der deutschsprachigen Kabarettszene bekannte Namen.

Und da es nicht nur auf dem grünen Rasen, sondern seit 25 Jahren auch in Morenhoven heißt "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel" machen sich Grewe und das KuSS-Team bereits Gedanken, wie es nach dem Jubiläum weitergeht. Gedacht ist daran, die dann renovierte Alte Schule künftig das ganze Jahr über zu nutzen. Vielleicht mit Lesungen, vielleicht mit einer Kino-Matinee für die ganze Familie?

Die Ideen-Werkstatt ist eröffnet, und die Einrichtung der Räume im Keller ließe sich mit Unterstützung möglicher Sponsoren bewerkstelligen. Die Krea-Kurse werden derzeit ersatzweise in der Offenen Ganztagsschule in Buschhoven abgehalten. "Uns liegt vor allem eins am Herzen", fasst Grewe zusammen, "dass nun niemand glaubt, wir seien weg vom Fenster."

Das Programm

  • Samstag, 20. Oktober, Philipp Weber, "Futter", Bürgerhaus Morenhoven
  • Samstag, 27. Oktober, Helmut Schleich, "Festliche Verleihung der Morenhovener Lupe", Bürgerhaus Morenhoven
  • Samstag, 3. November, Gernot Voltz, "Wenn die Konten Trauer tragen", Bürgerhaus Morenhoven
  • Samstag, 17. November, Rainer Pause und Norbert Alich, "Oberwasser", Stadttheater Rheinbach
  • Samstag, 24. November, Erwin Grosche, "Der Eisgenussverstärker", Bürgerhaus Morenhoven
  • Freitag, 14. Dezember, Claus von Wagner, "Theorie der feinen Menschen", Bürgerhaus Morenhoven
  • Sonntag, 13. Januar, "Schlachtplatte - Die Jahresendabrechnung", Stadttheater Rheinbach