Antiterroreinsatz

„Soldat Syriens“ in Troisdorf festgenommen

Troisdorf. Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch einen terrorverdächtigen 34-Jährigen festgenommen. Ihm wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch in Troisdorf einen 34-jährigen Mann festnehmen lassen. Ihm wird die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Bis auf weiteres bleibt er in Untersuchungshaft.

Es ist die Vereinigung „Junud al-Sham“ („Die Soldaten Syriens“), denen sich Onur B. im Januar 2013 angeschlossen haben soll. Laut Bundesanwaltschaft hatte er seinerzeit Deutschland verlassen und sich von Februar bis Mai 2013 zunächst in der Türkei aufgehalten.

Kämpfer aus einer Szene eines Internetvideos. Junud al-Sham ist eine islamistische Miliz, die in Syrien für einen "Gottesstaat" kämpft.

Kämpfer aus einer Szene eines Internetvideos. Junud al-Sham ist eine islamistische Miliz, die in Syrien für einen "Gottesstaat" kämpft.

Anschließend soll er nach Syrien weitergereist sein und sich dort der tschetschenisch-libanesisch geprägten Terrormiliz angeschlossen haben. Von ihr habe er eine militärische Ausbildung erhalten und später selbst an Kampfhandlungen teilgenommen. Im September 2013 verließ Onur B. Syrien und kehrte nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in der Türkei nach Deutschland zurück.

In Bonn hatte sich bereits der Islamist Fared S. fragwürdige Berühmtheit erworben, der sich ebenfalls den „Soldaten Syriens“ angeschlossen hatte und von sich reden machte, als er 2014 auf Fotos vor Leichenbergen posierte. Er hatte sich 2012 in Bonn-Lannesdorf an den Straßenschlachten von Salafisten gegen die Polizei beteiligt. Wie das NRW-Justizministerium kürzlich mitteilte, ermitteln Staatsanwaltschaften in NRW derzeit in 110 Verfahren wegen Terrorverdachts mit islamistischem Hintergrund.