Haustiere aus dem Heim: Tierheim gibt Tipps für Adoption von Tieren

Haustiere aus dem Heim : Tierheim gibt Tipps für Adoption von Tieren

Immer mehr Menschen entscheiden sich gegen das Tier vom Züchter und für einen Hund, eine Katze oder ein Kleintier aus dem Tierheim. Damit eine derartige Adoption für Mensch und Tier positiv verläuft, gibt es jedoch einige wichtige Dinge zu beachten.

Viele Menschen wollen ein neues Familienmitglied nicht beim Züchter oder in der Tierhandlung erstehen, sondern lieber einem Tier aus dem Tierheim ein neues Zuhause schenken. So schön dieser Vorsatz ist, sollte er dennoch gut durchdacht sein. Denn wer sich nicht oder nur unvollständig über die Konsequenzen einer Adoption bewusst ist, läuft Gefahr, sich und seinen neuen Gefährten unglücklich zu machen. Jedes Tier hat einen eigenen Charakter. Deshalb sollte unbedingt genug Zeit mitgebracht werden, um es kennenzulernen.

"Viele Leute kommen zu uns und sind schockverliebt in ein Tier, das aber gar nicht so richtig zu ihnen passt", sagt Helga Berben, die Vorsitzende des Tierheims Troisdorf. "Unsere Mitarbeiter beraten die Interessenten daher ausführlich." Dabei muss im Tierheim Troisdorf ein sogenannter Interessentenbogen ausgefüllt werden, der unter anderem auch die Wohnsituation und die bisherige Erfahrung mit der jeweiligen Tierart beleuchtet. Weiterhin erfragen die Mitarbeiter, ob Kinder im Haushalt leben. "Wenn jemand Enkelkinder hat, die regelmäßig zu Besuch kommen, muss das ebenfalls berücksichtigt werden", gibt Helga Berben an.

Daraufhin folgt eine Kennenlernphase, die je nach Tierheim ein paar Wochen dauern kann. Im Tierheim Troisdorf gehen Interessenten mit einem Hund erst einmal Gassi und nehmen ihn dann mehrmals für einen Tag mit nach Hause. Bei der Vermittlung von Kleintieren, führt Kleintierberaterin Silvia Bönninghausen aus, bringen Interessenten ihre eigenen Tiere mit, um zu überprüfen, ob sich die Tiere miteinander vergesellschaften lassen.

Der Platz muss ebenfalls stimmen. Das neue Heim sollte zu den Ansprüchen des Vierbeiners passen. Während etwa Huskys viel Auslauf benötigen, müssen Chihuahuas nicht unbedingt zwei Stunden am Tag laufen. Und während sich Katzen grundsätzlich über Freigang außerhalb der Wohnung freuen, gibt es durchaus auch einige Tiere, die (gerade im höheren Alter) gar nicht mehr unbedingt an die frische Luft gehen wollen. Ihnen würden somit vielleicht ein Balkon oder eine geräumige Fensterbank genügen.

"Auch Kleintiere benötigen - vom Kaninchen bis zur Maus - selbstverständlich ein adäquates Gehege mit entsprechend viel Platz", erläutert Silvia Bönninghausen. Das sei nicht jedem Interessenten bewusst. Deshalb achten die Tierheime auf das neue Umfeld der Tiere, lassen sich Fotos zeigen. Bei Hund und Katze gibt es laut Helga Berben Vorkontrollen durch Ehrenamtler.

Finanzieller Aspekt muss bedacht sein

Besonders in einer Eingewöhnungsphase nach der Adoption braucht das Tier viel Zuwendung und auch Erziehung, um sich an sein neues Umfeld zu gewöhnen. Doch auch im Alltag sollte genügend Zeit fürs Kuscheln, Spielen, Gassi-Gehen und auch dem Säubern von Katzentoilette oder Käfig vorhanden sein. Über mögliche Besuche beim Tierarzt und die zukünftige Planung von Urlauben sollte man sich ebenfalls vorab Gedanken machen. Weiterhin muss unbedingt vor dem Einzug eines Tieres sichergestellt sein, dass kein Familienmitglied allergisch auf den neuen Mitbewohner reagiert.

Und auch wenn nicht gerne darüber gesprochen wird: Der finanzielle Aspekt eines Haustieres muss bedacht sein. Nachdem die Grundausstattung besorgt ist, kommen je nach Tier weiterhin regelmäßig Kosten für Futter, Spielzeug, Katzenstreu, Sand oder Tierarztbesuche hinzu. Gerade letztere können bei einer Erkrankungen oder notwendigen Operationen teuer werden. Darum ist es sinnvoll, für diesen Fall ein wenig Geld zurückzulegen.

Wer sich für ein Tier entscheidet, dem muss klar sein - es handelt sich um empfindsame Lebewesen, deren Bedürfnisse zu respektieren sind. "Ihr" Mensch trägt die Verantwortung für eine artgerechte Haltung. Dafür muss er bereit sein, gewissen Einschränkungen in Kauf zu nehmen - und das möglichst ein (Tier-)Leben lang.

Um keine überstürzte Entscheidung bei der Adoption eines Tieres zu treffen, rät Helga Berben dazu, sich zunächst einmal sehr gründlich zu informieren und bei der Vermittlung auch den Tieren eine Chance zu geben, die man womöglich nicht unmittelbar ins Herz schließt. "Und es kann sinnvoll sein, sich im Tierheim ehrenamtlich zu engagieren. Dann hat man in Ruhe die Gelegenheit, Tiere kennenzulernen."

Der General-Anzeiger unterstützt Tierheime und -organisationen bei der Vermittlung von Vierbeinern.

Alle Informationen zu Tieren und Kontaktmöglichkeiten unter: ga-bonn.de/vierbeiner.

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