Elefantengeburt im Kölner Zoo: Moma, ne echte kölsche Jong

Elefantengeburt im Kölner Zoo : Moma, ne echte kölsche Jong

Der kleine Dickhäuter im Kölner Zoo ist der Erstgeborene der inzwischen erwachsenen Elefantin Marlar. Am 9. April ist im Kölner Zoo Elefantentag.

Täglich gibt es neue Bilder und Videos von ihm im Netz. Nahezu jeder seiner Schritte kann über eine Webcam beobachtet werden: Moma ist erst wenige Tage alt und schon ein Star im Kölner Zoo. Bei der Geburt Anfang der Woche brachte der junge Dickhäuter bereits gut 100 Kilogramm auf die Waage. Moma ist der 15. asiatische Elefant im 20 000 Quadratmeter großen Elefantenpark des Kölner Zoos.

Das Aufsehen um den Jungbullen ist vor allem auch damit begründet, dass seine Mutter Marlar vor ziemlich genau elf Jahren die Attraktion im Kölner Zoo war. Sie war das erste Elefantenbaby, das am Rhein zur Welt kam und in dem 2004 neu eingerichteten Elefantenpark aufgewachsen ist. Elefanten gibt es im Kölner Zoo schon seit 1864. Allerdings haben sich seitdem die Bedingungen für die Dickhäuter wesentlich verbessert.

„Marlar“ ist also eine echte kölsche Elfantenkuh. Mit ihrer Geburt Ende März 2006 berührte sie viele Menschen besonders mit ihrem Schicksal. Als Marlar nur ein knappes halbes Jahr alt war, musste ihre Mutter Khaing Lwin Htooz eingeschläfert werden. Marlar wurde fortan von ihren „Tanten“ in der Herde groß gezogen.

Möglich machte dies das damals neue Konzept des Zoos, der nach eigenen Angaben als der größte Elefantenpark nördlich der Alpen gilt. Die Parkgröße erlaube, die Tiere in einem natürlichen Sozialverband einer Herde zu halten. Auch in freier Wildbahn leben Elefantenkühe und ihre Nachkommen eng in Familiengruppen mit einer Leitkuh zusammen. Die Herde kümmert sich dann gemeinsam um den Nachwuchs.

Der frühe Verlust ihrer Mutter habe deshalb Marlar nicht geschadet. „Wir sind sehr stolz auf die Entwicklung von Marlar. Ihre Tanten, aus Thailand stammende Elefantenkühe, waren ein vorbildlicher Mutterersatz. Marlar ist, auch wenn sie ein Teilwaisenkind war, eine sehr gute Mutter. Sie hat dies im Herdenverband gelernt“, sagt Elefantenkurator und Zoodirektor Theo B. Pagel.

Dass sie schon jetzt Mutter geworden ist, sei selbstverständlich geplant gewesen. Der Vater von Moma ist der 1999 im Zoo von Singapur geborene „Sang Raja“. Er ist der jüngere der beiden Zuchtbullen, die in einem separaten Gehege im Kölner Zoo leben. Die Schwangerschaft dauert bei Elefanten fast zwei Jahre. Asiatische Elefanten können bis zu 60 Jahre alt werden.

Dem kleinen Moma geht es jedenfalls gut. Er gedeiht prächtig. Davon können sich die Besucher täglich selbst überzeugen. „Er ist putzmunter, aufgeweckt und sehr gut integriert. Sehr schön zu beobachten ist, wie die anderen kleinen Elefanten, der im Januar geborene 'Jung Bul Kne' und der einjährige 'La Min Kyaw', mit ihm spielen

. Eine Herde mit so vielen Jungtieren ist sehr selten und deswegen besonders spannend zu beobachten“, sagte Zoosprecher Christoph Schütt. Täglich trinkt der kleine Elefant rund zehn bis 15 Liter Muttermilch. Elefanten werden im Schnitt zwei Jahre lang gestillt.

Munter streift er meist in direkter Nähe seiner Mutter durch das Außengelände. Begeistert ist auch der Zoodirektor Pagel: „Eine Herde mit so vielen Jungtieren ist außergewöhnlich. Es wird viel gespielt, viel unterstützt, viel kommuniziert. Unsere Besucher werden viel Spaß haben, das alles zu beobachten.“

Seinen wohlklingenden Namen verdankt der Jungbulle seinen Paten aus dem deutschen Fernsehen: Es ist eine Abkürzung für das ARD-Morgenmagazin.

Moma ist inzwischen der achte Elefant, der in Köln geboren wurde, also „ne echte kölsche Jong“. Nach der Geburt eines Jungbullen im Januar werden noch zwei weitere Elefantengeburten in diesem Jahr erwartet. Trächtig sind „Kreeblamduan“ (34 Jahre) und „Tong Koon“ (30 Jahre).

„Platznot gibt es im Kölner Zoo trotz der Neuzugänge nicht. Das 20 000 Quadratmeter große Gelände bietet Platz für eine Herde von bis zu 20 Elefanten“, so Schütt.

Trotz der Kapazität für weitere Dickhäuter werden in absehbarer Zeit auch Elefanten aus Köln an andere Zoos abgegeben. Schütt: „Für die Tiere ist es leichter, wenn sie gemeinsam mit ihrer Familie oder Freunden verlegt werden.“ Welche Elefanten den Zoo verlassen werden, stehe aber noch nicht fest, auch nicht der genaue Zeitpunkt.

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