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Zahl streunender Katzen eindämmen: Kostenlose Kastration

Zahl streunender Katzen eindämmen : Kostenlose Kastration

Um die zunehmende Zahl streunender Katzen einzudämmen, bieten das Bonner Tierheim derzeit eine kostenlose Kastration der Tiere und die Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel sowie der Katzenschutz Bad Neuenahr-Ahrweiler einen Zuschuss an.

Wer eine Freigängerkatze hält, muss sie kastrieren lassen. Alles andere ist angesichts des stark wachsenden Katzenbestands verantwortungslos, so die Tierschützer. In Bonn und Swisttal ist die Kastration der freilaufenden Katzen sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Wer bislang die Kosten für eine solche Operation nicht aufbringen konnte, hat jetzt die Möglichkeit, seine Katze über das Bonner Tierheim kostenlos kastrieren zu lassen oder die Operationskosten von den Katzenschutzfreunden Rhein-Ahr-Eifel bezuschussen zu lassen.

Die Tierschützer werden nicht müde und appellieren immer wieder an Halter, dafür zu sorgen, dass sich ihre Tiere nicht vermehren. Denn die Zahl der herumstreunenden und unkastrierten Katzen steigt stetig.

Wie schnell sich innerhalb von nur wenigen Jahren Katzen vermehren können, zeigt der Fall der 27 Bad Godesberger Katzen, die das Bonner Tierheim Anfang des Monats aus einer kleinen Wohnung holte (der GA berichtete).

Eine Katze kann mindestens zweimal im Jahr durchschnittlich fünf Junge bekommen. Die sind selbst schon nach einem halben Jahr geschlechtsreif. Um Nachwuchs zu verhindern, bleibt Besitzern nur die Wahl, die Tiere möglichst schnell kastrieren zu lassen, egal, ob Kater oder Weibchen, und unkastrierten Tieren auf gar keinen Fall Freigang zu gewähren.

Weil die Kosten dafür, inklusive Chippen, im Schnitt bis zu 150 Euro betragen, ist nicht jeder Katzenhalter in der Lage, dies zu bezahlen. Das Argument, wer sich dies nicht leisten könne, solle auch kein Tier halten, mag vernünftig sein, trifft aber nicht die Realität. Gerade Menschen mit finanziellen Sorgen halten sich oft Tiere, wie auch Sabine Reuter vom Tierheim Bonn weiß.

Deshalb bot eigens für diese Katzenhalter das Tierheim bereits vor vier Jahren eine kostenlose Katzenkastration an. „Rund 300 Katzen wurden damals kastriert“, so Reuter. Den positiven Effekt habe das Tierheim in den Jahren danach auch gemerkt, weil dort deutlich weniger Katzenkinder abgegeben worden seien als in den Jahren zuvor. Die aktuelle Kastrationsaktion läuft seit Herbst und hat rund 14 000 Euro aus Spenden vom Deutschen Tierschutzbund und der Professor-Böcher-Stiftung zur Verfügung. Das reicht für rund 300 Tiere. Bislang haben jedoch nur knapp 100 Halter das Angebot genutzt.

Die Aktion läuft so lange, bis die Spenden dafür aufgebraucht sind und richtet sich konkret an Bonner Katzenhalter und solche, die herrenlose Katzen füttern und entweder einen Bonn-Ausweis haben, Hartz-IV-Empfänger sind oder über ein geringeres Einkommen als 800 Euro pro Monat verfügen. Nach der Anmeldung gibt das Tierheim Gutscheine und Termine für die Kastration bei einem Bonner Tierarzt aus. Die Katzen müssen dann selbst dorthin gebracht und wieder abgeholt werden. Bei der OP werden die Tiere kostenlos gechippt. Die Responder finanziert der Tierschutzbund. Hinterher dürfen Kater nach einem Tag wieder ins Freie, die Weibchen müssen bis zu zehn Tage drinnen gehalten werden. In Einzelfällen, so bei Streunerkatzen, kann das Tierheim bei der vorübergehenden Unterbringung helfen.

Mit je 35 Euro beziehungsweise 40 Euro bei einer Katze und 25 Euro bei einem Kater sowie jeweils zehn Euro für den Chip bezuschussen noch bis zum 18. Februar der Verein Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel sowie der Katzenschutzverein Bad Neuenahr-Ahrweiler die Kastrationen von Katzen finanzschwacher Besitzer. Der Antrag auf Zuschuss liegt in den Tierarztpraxen der Region aus.

Infos und Anmeldung: Tierheim Bonn, Roland Seemann, 0228/634700 (montags bis donnerstags, 10 bis 16 Uhr), www.tierheimbonn.de und Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel, (02646) 915928 und per Mail info@katzenschutzfreunde.de