Katzenschutz: Kaiserschnitt rettet Katzenbabys das Leben

Katzenschutz : Kaiserschnitt rettet Katzenbabys das Leben

Wie die Kater Toni und Rudi zu den Katzenschutzfreunden Rhein-Ahr-Eifel kamen: Die Geschichte zweier Wildlinge, die eigentlich kaum Chancen hatten zu überleben. Für die Tierschützer ist das ein kleines Wunder und der Preis ihres unermüdlichen Einsatzes.

Eigentlich sehen sie aus wie zwei ganz normale, vier Wochen alte Kätzchen. Ihre Äuglein sind noch blau. Streichelt man ihnen über ihr flaumiges Fell, verlieren sie leicht das Gleichgewicht, weil sie noch etwas wackelig sind. Und wenn gar ihr pralles Bäuchlein gekrault wird, schnurren sie um die Wette, auch wenn das eher noch an ein Knattern erinnert. Eben so, wie das bei jungen Katzenkindern ganz normal ist.

Und doch sind Rudi und Toni für den Katzenschutzverein Rhein-Ahr-Eifel so etwas wie ein kleines Wunder, von dem Vorsitzende Andrea Brezina gerne berichtet, um Außenstehenden einen Einblick in die Aktivitäten der vielen freiwilligen Helfer aus dem Katzenschutz zu geben.

„Wir erleben Vieles in unserem Alltag als Katzenschützer. Viel Positives, aber auch Vieles, das uns die Tränen in die Augen treibt. Und dann erleben wir plötzlich diese kleine wunderbare Geschichte, die uns innehalten lässt: Uns dankbar macht, daran teilhaben zu dürfen“, sagt Brezina.

Einen Großteil seiner Aktivitäten widmet der Verein den Fangaktionen streunender Katzen. Darunter sind Tiere, die ihr Zuhause verloren haben und sich allein durchschlagen, aber auch solche, die in freier Natur geboren und ohne Kontakt zum Menschen aufgewachsen sind.

Sie nennen die Katzenschützer „Wildlinge“, weil sie extrem scheu sind. Weil sie nicht kastriert sind, vermehren sie sich schnell. Da Hauskatzen aber auf regelmäßige Entwurmung und Impfung angewiesen sind, werden die meisten Wildlinge krank und verenden früh.

An sie zu gelangen ist für die Tierschützer sehr schwierig, obgleich so wichtig. Dennoch schaffen sie es immer wieder, Wildlinge einzufangen, sie Tierärzten vorzustellen, die sie kastrieren und kennzeichnen, damit sie wieder in ihr Revier zurückkehren können.

Brezina: „Und wir richten dort, wo sie leben, eine Futterstelle ein.“ Vor vier Wochen ging eine hochträchtige Katze, die sich in sehr schlechtem Gesundheitszustand befand, bei einer Fangaktion in Gelsdorf in die Falle. Sie litt an einer starken Infektion.

Brezina: „Unsere Tierärztin entschied sich für einen Kaiserschnitt, um die Mutter und ihre Jungen retten zu können.“ So erblickten vier Katzenbabys zwei Wochen zu früh das Licht der Welt. Zwei starben kurz nach der Geburt, Toni und Rudi hatten mit einem Gewicht von nur 50 und 70 Gramm auch keine guten Chancen. „Anfangs verloren sie viel Gewicht, da sie bei der Geburt keinen Saug- und Schluckreflex hatten.

Beide wurden stündlich mit einem halben Milliliter Aufzuchtmilch tröpfchenweise gefüttert. Geriet diese Milch in die Lunge, musste abgesaugt werden, denn eine Lungenentzündung durfte sich auf keinen Fall entwickeln. Ihre Pfleger wechselten sich bei der Fütterung ab, „damit jeder auch mal kurz schlafen konnte“, erzählt Brezina.

Nach zehn Tagen ging es bergauf, die beiden Jungen begannen zu schlucken und zu saugen und hatten Glück, dass in der Pflegestelle eine Katzenmutter zwei eigene Jungen füttert. Und die säugt Toni und Rudi gleich mit. „Ein Riesenglück für die beiden.“ Seitdem entwickeln sich die zwei Kater bestens. Weil sie von Hand aufgezogen werden, sind sie absolut zahm und auf den Menschen fixiert. Die Katzenschutzfreunde hoffen, sie in wenigen Wochen in die Vermittlung geben zu können.

Brezina: „Wir wissen nicht, ob sie die Robustheit normaler Katzenbabys erreichen, und vielleicht bleiben sie auch immer kleiner. Aber sie leben! Wir werden sie wohl nur in Wohnungshaltung vermitteln können, wenn die Zeit dann reif ist.“

Eine gute Wende nahm die Geschichte auch für die Katzenmutter. Sie hätte nach Brezinas Angaben nicht überlebt, wäre sie nicht gefangen worden. Gleich nach dem Kaiserschnitt wurde sie antibiotisch versorgt und kastriert, noch einige Tage in der Tierarztpraxis gepflegt und schließlich gechippt in ihr altes Revier gelassen. Brezina: „Wir haben eine Futterstelle eingerichtet, damit sie nie mehr hungern muss. Inzwischen ist sie sogar fast zahm.“

Infos: Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel, ( 0 26 46) 91 59 28 oder www.katzenschutzfreunde.de

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