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Mehrwertsteuer und Rente: Was sich ab Juli 2020 für Verbraucher ändert

Mehrwertsteuer sinkt, Renten steigen : Das ändert sich im Juli für Verbraucher

Die Mehrwertsteuer sinkt, die Renten steigen und für Haustiere gilt eine Corona-Meldepflicht. Hier erfahren Sie, was sich ab Juli für Verbraucher ändert.

Verbraucher zahlen weniger Mehrwertsteuer

Im Zuge des beschlossenen Konjunkturpakets der Bundesregierung als Reaktion auf die Corona-Krise sinkt ab dem 1. Juli vorübergehend die Mehrwertsteuer. Das Paket soll dafür sorgen, dass die Verbraucher angesichts der Corona-Krise wieder in Konsumlaune kommen.

Konkret beträgt die Mehrwertsteuer, die bei jedem Einkauf anfällt, ab Juli für ein halbes Jahr nur noch 16 statt 19 Prozent. Der ermäßigte Satz, der für viele Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs gilt, sinkt von 7 auf 5 Prozent. Ziel ist, dass Einkäufe im Supermarkt, im Möbelhaus, Elektromarkt oder Autohaus dadurch billiger werden.

Günstigere Bahntickets

Die Senkung der Mehrwertsteuer will die Deutsche Bahn an die Kunden weitergeben und Fernverkehrstickets daher ab 1. Juli billiger anbieten. Dies soll sowohl für Flextickets wie auch für Spar- und Supersparpreistickets gelten. Der Preisunterschied wird demnach 1,9 Prozent ausmachen. Allerdings gilt die Verbilligung wegen der Befristung der Steuersenkung nur bis zum Jahresende.

Der günstigste Fernverkehrstarif ohne Bahncard-Rabatt soll ab Juli 17,50 Euro kosten. Auch Bahncards und Zeitkarten im Fernverkehr sollen der Bahn zufolge entsprechend billiger werden. Maßgeblich ist dabei immer das Kaufdatum. Für Fahrkarten im Regionalverkehr gilt die Verbilligung allerdings laut Bahn nicht, da hierfür aufwändige Abstimmungsprozesse im Rahmen der rund 50 Verkehrsverbünde in Deutschland erforderlich seien.

Rentner bekommen mehr Geld

Die über 21 Millionen Rentner in Deutschland dürfen sich erneut über ein deutliches Plus bei ihren Altersbezügen freuen. Die Altersbezüge steigen zum 1. Juli. Im Westen steigen die Renten damit um 3,45 Prozent, im Osten um 4,2 Prozent.

Die sogenannte Standardrente beträgt künftig im Westen 1538,55 Euro monatlich, was einem Plus von 51,37 Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für den Osten ergibt sich eine Steigerung von 60,30 Euro.

Corona-Meldepflicht für Haustiere

Auch bestimmte Haus- und Zootiere können sich mit dem Coronavirus anstecken. Um das besser zu erforschen, soll es schon bald eine Meldepflicht für Corona-Fälle bei Tieren geben. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) setzt darauf, dass der Bundesrat am 3. Juli grünes Licht gibt. Das heiße aber nicht, dass Hunde- oder Katzenbesitzer mit ihren Lieblingen gleich zum Tierarzt müssen. Es gebe auch keine Hinweise, dass Haustiere ihre Halter anstecken, betonte Klöckner.

Die Bundesregierung plant keine Test-Pflicht für die rund 31 Millionen Haustiere in Deutschland. Sinnvoll könne es aber sein, Katzen testen zu lassen, die in Haushalten mit Corona-Infizierten leben, sagte Klöckner. Nur, wenn ein Veterinäramt den Test anordnet, werden die Kosten übernommen. Wer sein Haustier freiwillig testen lassen will, muss das selbst bezahlen - die Kosten lägen „im unteren zweistelligen Bereich“, sagte Mettenleiter. Antikörper-Tests, die eine überstandene Infektion anzeigen, seien etwas teurer.

Reisen in die EU

Deutschland hat bereits am 15. Juni seine Reisewarnung für EU-Länder aufgehoben. Ab dem 1. Juli sollen nun auch Touristen aus anderen Ländern schrittweise wieder in die EU einreisen dürfen. Über Kriterien für die Einreise wollen die EU-Staaten gemeinsam beraten. Für Bürger aus stark vom Coronavirus betroffenen Ländern wie den USA, Brasilien oder Russland zeichnet sich allerdings keine Lockerung des EU-Einreiseverbots ab.

Mieterschutz in Corona-Krise läuft aus

Seit April 2020 gilt für Mieter ein besonderer Kündigungsschutz, der aufgrund der Corona-Krise ins Leben gerufen wurde. Mieter, die aufgrund der Krise in finanzielle Nöte gerieten und ihre Miete nicht mehr zahlen konnten, mussten deshalb keine Kündigung befürchten. Dieser Mieterschutz läuft im Juni aus und gilt ab Juli nicht mehr.

Mit Material der dpa und der AFP.