Tipps: Was Sie zur Steuererklärung 2018 wissen müssen

Tipps : Was Sie zur Steuererklärung 2018 wissen müssen

Am 31. Mai ist es wieder soweit. Die Frist für die Abgabe der Steuererklärung läuft ab. Was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie hier.

Keine Belege mehr: Steuerzahler müssen bei der Steuererklärung für das vergangene Jahr keine Belege mehr einreichen. Stattdessen sollen diese aufbewahrt werden und sind nur noch auf Verlangen des Finanzamtes nachzureichen, teilte das Finanzamt Bonn-Innenstadt mit. Diese Regelung gilt nicht nur beim Bonner Finanzamt, sondern bundesweit.

Quittungen sollten jedoch nicht weggeschmissen, sondern weiterhin aufbewahrt werden. „Bei Bedarf fordert das Finanzamt die Belege an, die es sehen will. Dazu sind die Belege mindestens bis zum Abschluss des Besteuerungsverfahrens aufzubewahren“, erklärt Rolf Gras, Leiter des Finanzamts Bonn-Innenstadt.

Wer ist zur Abgabe verpflichtet? Arbeitnehmer müssen beispielsweise tätig werden, wenn sie im zurückliegenden Jahr außer Arbeitslohn auch Lohnersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld I, Krankengeld oder Elterngeld von mehr als 410 Euro bezogen haben. Ebenso besteht in der Regel Abgabepflicht, wenn ein zusätzlicher Freibetrag für erhöhte Werbungskosten oder andere Aufwendungen beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt wurde. Auch ein zweites Arbeitsverhältnis mit der Steuerklasse VI führt zur Abgabepflicht. Ehepaare und eingetragene Lebenspartner müssen tätig werden, wenn ihr Lohn nach den Steuerklassenkombinationen III/V oder IV mit Faktor besteuert wurde.

Andere Kriterien gelten für Steuerpflichtige, die keinen Arbeitslohn haben, sondern beispielsweise Einkünfte aus Rente, Vermietung oder selbstständiger Tätigkeit erzielen. Sie müssen prüfen, ob der Gesamtbetrag ihrer Einkünfte über dem steuerfreien Existenzminimum liegt. In diesem Fall sind sie gesetzlich zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet.

Wie lange braucht das Finanzamt zur Bearbeitung? Beachtliche Unterschiede gibt es in Bonn und der Region bei der Bearbeitungszeit der Steuererklärung. In Brühl ist ein Steuerfall in 37 Tagen bearbeitet, das Finanzamt Köln-Nord braucht 71 Tage. In Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis bewegen sich die Finanzämter rund um den NRW-Durchschnitt von 50,73 Tagen. In Bad Neuenahr-Ahrweiler beträgt der Wert 41 Tage.

Bei Rentenerhöhung plötzlich Steuern zahlen: Im Laufe der Zeit werden immer mehr Ruheständler steuerpflichtig. Allein durch die Rentenerhöhung zum 1. Juli 2017 wurden rund 40.000 Rentnerhaushalte im vergangenen Jahr und 80.000 in diesem Jahr steuerpflichtig. Zur Jahresmitte erhielten die 21 Millionen Rentner mehr Geld: Im Westen betrug das Plus 1,9 Prozent und im Osten 3,6 Prozent. Dies führt zu steigender Steuerlast.

Steuererklärung als Paar: Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften haben die Wahl: Entweder sie lassen sich steuerlich einzeln oder zusammen veranlagen. Der Fiskus behandelt das Ehepaar gemeinsam als Steuerpflichtigen und berechnet die Steuer entsprechend. Bei der Einzelveranlagung unterliegen die Partner dem normalen Grundtarif.

Arbeitsmittel einreichen: Mobiltelefon, Laptop oder Bürostuhl - an den Kosten für Arbeitsmittel können Beschäftigte das Finanzamt beteiligen. Wenn der Arbeitgeber die Aufwendungen nicht ersetzt, lassen sich die Ausgaben als Werbungskosten geltend machen. Das gilt unabhängig davon, ob die Arbeitsmittel in einem steuerlich anerkannten Arbeitszimmer oder anderswo eingesetzt werden, heißt es in dem "Finanztest Spezial - Steuern 2018" der Stiftung Warentest.

Gut zu wissen: Seit dem 1. Januar 2018 gilt eine neue Höchstgrenze für den sofortigen steuerlichen Abzug im Jahr der Anschaffung. Der Betrag, ab dem die Abschreibung anzuwenden ist, beträgt jetzt 952 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Erklärung online einreichen: Generell empfehlen die Finanzämter, die Steuererklärung elektronisch einzureichen. „Ohne Belege ist es jetzt noch attraktiver, die Steuererklärung über die kostenlose Steuersoftware der Finanzverwaltung elektronisch abzugeben“, so Rolf Gras. Dazu ist eine vorherige Registrierung auf dem Portal „Elster – Ihr Online-Finanzamt“ (www.elster.de) erforderlich.

(mit Material von dpa)

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