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Coronavirus-Lexikon: Die wichtigsten Begriffe von A bis Z im Überblick

Von „Abstrich“ bis „Zoonose“ : Die wichtigsten Begriffe rund um das Coronavirus

A wie Antikörper, C wie Covid-19, P wie Pandemie, Z wie Zoonose. Manche Fachbegriffe lassen einen eher ratlos als wirklich informiert zurück. Ein Überblick über oft verwendete Wörter in der Corona-Krise:

Corona, Covid-19 oder Sars-CoV-2? Nicht jedem ist der Unterschied zwischen den Begriffen bewusst. Auch andere medizinische Fachwörter sorgen für Verwirrung. Dieses kleine Lexikon soll etwas Licht ins Dunkel bringen:

Abstrich

Besteht Verdacht auf das neuartige Coronavirus, wird ein Abstrich genommen. Das Robert-Koch-Institut weist darauf hin, dass je nach klinischen Bedingungen Abstriche möglichst parallel aus den oberen (Nase) sowie den tiefen (Rachen) Atemwegen entnommen werden sollten. Der Abstrich wird dann ins Labor geschickt und auf das Coronavirus untersucht.

Alltagsmaske

Seit dem 27. April gilt auch in NRW eine allgemeine Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sowie beim Einkaufen. Es reicht, eine selbstgenähte oder gekaufte Baumwollmaske, auch Alltagsmaske genannt, oder auch ein über Mund und Nase gezogenes Tuch zu tragen. Dies schützt in erster Linie nicht den Träger oder die Trägerin selbst, sondern das Gegenüber. Je mehr Menschen jedoch Masken tragen, desto mehr erhöht sich auch der Eigenschutz, wie entsprechende Studien ergeben haben. Wichtig ist es, weiterhin den Abstand zu anderen Menschen zu wahren. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zur Maskenpflicht zusammengefasst.

Maskenpflicht in NRW - So trägt man eine Alltagsmaske richtig

Ansteckung/Übertragung

Grundsätzlich gibt es drei Wege, sich mit dem Coronavirus zu infizieren: Tröpfcheninfektion, Schmier- oder Kontaktinfektion oder die Übertragung des Virus durch Areosole, also gleichsam in der Luft „stehender“, winziger Tröpfchen (kleiner als fünf Mikrometer). Die bisherigen Erfahrungen mit dem Virus und mehrere Studien haben jedoch gezeigt, dass der Ansteckungsweg über Aerosole „im normalen gesellschaftlichen Umgang nicht wahrscheinlich“ ist, so das Robert-Koch-Institut.

Eine Übertragung durch mit dem Coronavirus kontaminierte Oberflächen, also eine Kontaktinfektion, ist möglich, jedoch ebenfalls nicht sehr wahrscheinlich. Virologen beschreiben den Übertragungsweg in diesem Falle so, dass eine große Menge Viruslast eines Infizierten, etwa durch direktes Niesen auf eine Oberfläche, unmittelbar durch eine andere Person mit der Hand aufgenommen und dann an Mund, Nase oder Augen gebracht werden müsste, damit eine Infektion möglich ist. Um eine Kontaktinfektion zu vermeiden, sollte man darauf achten, sich nach dem Anfassen möglicherweise kontaminierter Oberfächen (etwa nach dem Einkaufen) gründlich die Hände zu waschen und die allgemeinen Hygieneregeln einzuhalten.

Der häufigste und wahrscheinlichste Übertragungsweg ist die sogenannte Tröpfcheninfektion, also die Übertragung durch Sekrettröpfchen (etwa Speichel, der sich beim Sprechen löst) über die Luft. Deshalb wird dazu geraten, einen Abstand von 1,5 bis zwei Metern zu anderen Menschen einzuhalten. Auch Alltagsmasken reduzieren das Risiko, dass das Gegenüber Tröpfchen aufnimmt.

Antikörper

Antikörper sind vom Immunsystem gebildete Eiweißmoleküle zur Bekämpfung von Krankheitserregern und anderen Fremdstoffen (Antigenen). Fremdkörper, die zur Antikörperbildung führen, sind meistens Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten und von ihnen produzierte Stoffe. Jeder Antikörper passt zu einem bestimmten Antigen - in etwa wie ein Schlüssel in ein bestimmtes Schloss.

Basisreproduktionszahl

Die Basisreproduktionszahl ist zuletzt als wichtiger Faktor zur Beurteilung möglicher Lockerungen in der Corona-Krise angeführt worden, während es zu Beginn der Epidemie in Deutschland, als die Infektionszahlen noch exponentiell anstiegen, eher die Verdopplungszeit der Zahlen war. Die Basisreproduktionszahl (R0) beziffert, wie viele andere Menschen eine mit dem Coronavirus infizierte Person durchschnittlich ansteckt. Liegt die Zahl bei 1, wird von einem Infizierten also durchschnittlich eine weitere Person angesteckt. Es wird seitens der Experten des Robert-Koch-Instituts davon ausgegangen, dass die Zahl möglichst unter 1 gehalten werden sollte, um die Epidemie nachhaltig einzudämmen und letztlich zum Erliegen zu bringen. Schon bei Werten von geringfügig mehr als 1 könnte es laut Berechnungen zur Überlastung des Gesundheitssystems kommen.

Coronaviren

Coronaviren sind keine neue Entdeckung: Sie wurden zum ersten Mal bereits Mitte der 1960er Jahre identifiziert und sind vom Tier auf den Menschen übertragbar. Das Coronavirus ist ein Virustyp, der beim Menschen verschiedene Krankheitsformen auslösen kann. Am häufigsten äußert sich das Virus durch gewöhnliche Erkältungssymptome; andere Coronavirus-Typen können in seltenen Fällen tödlich enden, wie auch das Coronavirus SARS, das 2003 auftauchte. Es gibt aber auch Coronaviren, die für den Menschen harmlos sind.

Covid-19

... ist der Name der Krankheit, die durch das aktuelle Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst werden kann. Die Lungenkrankheit wird mit Covid-19 abgekürzt und steht stellvertretend für “Corona Virus Disease 2019”. Covid-19 umfasst alles: milde Symptome, aber auch schwere Krankheitsbilder.

COPD

Die COPD bezeichnet als Sammelbegriff eine Gruppe von Krankheiten der Lunge, die durch Husten, vermehrten Auswurf und Atemnot gekennzeichnet sind. Die chronische Erkrankung ist irreversibel, also nicht rückführbar. Das größte Risiko für COPD haben Raucher und Passivraucher. Menschen mit COPD gehören zur Risikogruppe bei einer Infektion mit dem Coronavirus.

Epidemie

Der Begriff Epidemie bezeichnet ein stark gehäuftes, örtlich und zeitlich begrenztes Auftreten einer Erkrankung.

Hintergrund-Immunität

Der Virologe Christian Drosten hat die Vermutung geäußert, dass in Deutschland ein gewisser Grad an sogenannter Hintergrund-Immunität gegen das neuartige Coronavirus bestehen könnte. Das würde erklären, warum einige Infizierte nur sehr milde oder gar keine Symptome aufweisen. Diese verfügen anscheinend über reaktive T-Helferzellen, etwa weil sie zuvor bereits Infektionen mit anderen Coronaviren durchgemacht haben. Diese Zellen „erkennen“ das neuartige Virus dann teilweise und bekämpfen es erfolgreich.

Hygiene-Regeln

Wer sich und andere vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen will, sollte neben dem Wahren eines Abstands von mindesten 1,5 Metern und dem Tragen einer Maske bestimmte Hygieneregeln dringend beachten. Dazu gehört neben dem Husten und Niesen in die Armbeuge vor allem das gründliche Händewaschen: Die Hände sollten im Idealfall mindestens 30 Sekunden lang unter fließendem, warmem Wasser mit Seife gewaschen und dabei auch Fingernägel, Handinnenflächen und die Zwischenräume der Finger nicht vergessen werden. Eine Desinfektion ist hingegen in den meisten Fällen nicht notwendig und sollte nur als Übergangslösung betrachtet werden, wenn man sich gerade nicht die Hände waschen kann.

Ibuprofen

Bekanntes antientzündliches und fiebersenkendes Mittel, das auch für die Behandlung von Schmerzen eingesetzt wird. Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie war eine Falschmeldung über Social Media-Kanäle verbreitet worden, dass sich das Coronavirus durch Ibuprofen vermehre. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prüfte daraufhin die Auswirkungen von Ibuprofen auf das Coronavirus, teilte aber letztlich mit, dass es über die bekannten Nebenwirkungen bei bestimmten Bevölkerungsgruppen hinaus keine Hinweise auf negative Ibuprofen-Konsequenzen bei Covid-19-Patienten gebe.

Immunität

Wer eine Infektionskrankheit durchmacht, ist teilweise lebenslang immun. Beim Coronavirus ist das ebenso wie beim Influenza-Virus nicht der Fall. Wer sich infiziert, kann jedoch zumindest eine Teilimmunität entwickeln, so dass er bei einer etwaigen weiteren Infektion etwa weniger starke Symptome entwickelt. Auch ist es nach aktuellem Erkenntnisstand unwahrscheinlich, dass sich ein Genesener kurze Zeit nach einer Infektion mit dem Coronavirus erneut ansteckt.

Impfung

Eine Substanz, die dazu dient, eine Immunität gegen Erreger von bestimmten Infektionskrankheiten zu erreichen. Im Falle des Coronavirus arbeiten Institute derzeit intensiv an Impfstoffen. In Deutschland gibt es bereits eine erste klinische Studie. Momentan steht jedoch noch kein Impfstoff zur Verfügung. Es wird angenommen, dass es mindestens ein bis zwei Jahre dauert, bis ein sicherer Impfstoff auf dem Markt ist.

Influenza

Die Influenza (Grippe) ist eine durch ein Influenzavirus verursachte Erkrankung der Atemwege. Die "echte" Grippe oder auch Virusgrippe unterscheidet sich damit vom grippalen Infekt, für den bis zu 200 verschiedene Viren-Stämme verantwortlich sein können. Als Grippesaison wird der Zeitraum bezeichnet, in dem Influenzaviren hauptsächlich zirkulieren. Das ist auf der nördlichen Halbkugel - also auch in Deutschland - üblicherweise zwischen der 40. Kalenderwoche (Anfang Oktober) und der 20. Kalenderwoche (Mitte Mai). Zuletzt wurden immer wieder Vergleiche zwischen der Influenza und dem Coronavirus gezogen. Der wohl wichtigste und entscheidende Unterschied ist: Während es gegen die Grippe einen Impfstoff gibt, ist das beim neuartigen Coronavirus noch nicht der Fall.

Inkubationszeit

Inkubationszeit meint den Zeitraum zwischen der Ansteckung mit einem Virus und dem Auftreten erster Symptome, also dem tatsächlichen Ausbruch einer Krankheit. Schätzungen zufolge beträgt die Inkubationszeit beim Coronavirus derzeit bis zu 14 Tage. An Durchschnittswerten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemessen dauert sie fünf bis sechs Tage.

Kontaktverbot/Ausgangssperren

In NRW gilt seit dem 23. März wie in ganz Deutschland ein Kontaktverbot für mehr als zwei Personen im öffentlchen Raum. Davon ausgenommen sind Verwandte in gerader Linie und Lebenspartner sowie Menschen, die in häuslicher Gemeinschaft leben. Auch die Begleitung minderjähriger und unterstützungsbedürftiger Personen ist ausgenommen. Wer aus geschäftlichen Gründen zwingend zusammenkommen muss, darf das ebenso wie unvermeidliche Ansammlungen etwa bei der Nutzung des ÖPNV nicht verboten sind.

Diese Corona-Regeln gelten ab 27. April in NRW

In vielen vom Coronavirus stark betroffenen Ländern, darunter in Europa Italien, Frankreich und Spanien, wurden sogar strenge Ausgangssperren verhängt, um die Verbreitung des Coronavirus gezielt einzudämmen. Hier ist ist in den meisten Fällen nur erlaubt, Haus oder Wohnung für unaufschiebbare Arztbesuche, zum Arbeiten oder zum Einkaufen zu verlassen.

Kontamination

In der Medizin versteht man darunter die Verunreinigung von Gegenständen, Räumen, Wasser, Lebensmitteln oder Menschen mit schädlichen Stoffen. Für den Umgang mit Lebensmitteln während der Corona-Pandemie gibt es Empfehlungen.

Letalität

Die Letalität oder Fall-Verstorbenen-Anteil wird berechnet, in dem die Zahl der gemeldeten Todesfälle durch die Zahl der gemeldeten Fälle innerhalb einer Population geteilt wird. Die Letalitätsrate gibt also Auskunft über die Wahrscheinlichkeit, an einer bestimmten Krankheit zu versterben, vereinfacht ausgedrückt: wie tödlich diese Krankheit ist. Auf Grundlage der Zahlen der Johns Hopkins University liegt die Letalitätsrate beim Coronavirus weltweit aktuell (Stand: 27. April) bei 6,93 Prozent, in Deutschland bei 3,78 Prozent. Weil die genaue Zahl der tatsächlichen Coronafälle nicht bekannt ist (Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus), liegt die tatsächliche Letalitätsrate des Coronavirus vermutlich darunter.

Nachverfolgung

Einen wichtigen Faktor bei der Eindämmung des Coronavirus stellt die Nachverfolgung von Infektionsfällen durch die örtlichen Gesundheitsämter dar. Indem die Ämter frühzeitig die Kontaktpersonen einer infizierten Person erfragen und dann ermitteln, sollen Infektionsketten erkannt und nach Möglichkeit durchbrochen werden, etwa durch gezielte Testungen und/oder Quarantänemaßnahmen. Das Problem: Überschreiten die täglichen Neuinfektionen eine bestimmte Zahl, ist das Gesundheitsamt nicht mehr in der Lage, die Nachverfolgung zuverlässig zu leisten. Wie hoch diese Zahl ist, hängt unter anderem von der Größe der jeweiligen Kommune und damit deren Gesundheitsamtes ab. Derzeit wird durch das Robert-Koch-Institut ein Wert von rund 1000 Neuinfektionen pro Tag genannt, um die Nachverfolgung gewährleisten zu können. Zuletzt lag die Zahl jedoch deutlich höher bei etwa 2000 gemeldeten Neuinfektionen.

Pandemie

Eine Pandemie ist eine sich schnell weiter verbreitende, ganze Landstriche, Länder und Kontinente erfassende Krankheit. Wenn sich ein solches neuartiges Influenzavirus leicht von Mensch zu Mensch verbreiten kann, Erkrankungen beim Menschen hervorrufen kann und der Großteil der Bevölkerung keine oder nur geringe Immunität gegen das neuartige Virus hat, kann das Virus eine Influenzapandemie auslösen. Im 20. Jahrhundert gab es laut RKI drei Pandemien, im Jahr 2009 gab es eine Pandemie der „Schweinegrippe“.

PCR

PCR steht für „Polymerase Chain Reaction“ (Polymerase Ketten-Reaktion). Die PCR ist ein etabliertes Laborverfahren zum Nachweis diverser Krankheiten und Infektionen. Selbst kleinste Mengen an Erbsubstanz lassen sich mittels PCR rasch vervielfältigen. Die PCR ist aktuell die Methode der Wahl zum schnellen und sicheren Nachweis von Sars-CoV-2 in Abstrichen potenziell Erkrankter. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung gab es im ambulanten Bereich in Deutschland in der vergangenen Woche etwa 100.000 Tests auf das Coronavirus, dreimal so viele wie in der Vorwoche (35.000 Tests). Nicht berücksichtigt in dieser Statistik sind die Tests in den Krankenhäusern. Daher liege die Gesamtzahl also höher.

Risikogebiet

Seit dem 10. April weist das Robert-Koch-Institut keine „Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann“ für das Coronavirus mehr aus, weil sich das Virus mittlerweile weltweit verbreitet hat.

Risikogruppen

Damit sind die Menschen gemeint, bei denen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus besteht. Dazu gehören: ältere Personen mit stetig steigendem Risiko ab etwa 50 bis 60 Jahren; Raucher; Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen des Herzens, der Lunge (zum Beispiel Asthma), chronischen Lebererkankungen, Diabetes mellitus, einer Krebserkrankung und geschwächtem Immunsystem (zum Beispiel durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten).

Robert-Koch-Institut