Untersuchung der Universität Dundee: Rauchmelder wecken Kinder oftmals nicht

Untersuchung der Universität Dundee : Rauchmelder wecken Kinder oftmals nicht

Kinder werden häufig nicht wach, wenn der Rauchmelder in der Wohnung anspringt. Das zeigt eine Untersuchung der Universität Dundee. Dies liegt offenbar an der Frequenz, mit der die Warntöne signalisiert werden - und an der menschlichen Entwicklung.

Im Jahr 2012 kamen bei einem Wohnhausbrand in England sechs Kinder ums Leben. Dass die im Haus angebrachten Rauchmelder die Kinder nicht rechtzeitig warnen konnten, gab dem Feuerwehr- und Rettungsdienst Derbyshire zu Denken. Gemeinsam mit der Universität Dundee untersuchten sie, wie Kinder Rauchmelder warnehmen. Die Ergebnisse sind bedenklich: Nach Angaben der Universität wachten 27 von 34 Kinder im Alter von zwei bis 13 Jahren wiederholt nicht auf, als der Rauchmelder Alarm schlug. Vor allem Jungen ignorierten demnach im Schlaf den Alarm vollständig.

Dies könnte an der Frequenz liegen, mit der die Rauchmelder den Alarm signalisieren. Laut dem Technikportal heise.de geben handelsübliche Rauchmelder einen Piepton bei drei bis 4 kHz wieder. Diese Rauchmelder wurden von den Kindern mehrheitlich jedoch nicht wahrgenommen. Deshalb entwickelt die Universität Dundee nun neue Rauchmelder und erweitert ihre Studie. "Unsere Kinder im Falle eines Brandes zu beschützen ist so wichtig, dass wir zusammen mit Eltern und Kindern die Untersuchung erweitern", sagt Niamh Nic Daeid von der Universität Dundee.

Die neuen Rauchmelder geben ihre Signale in einer niedrigeren Frequenz wieder, zusätzlich soll eine menschliche Stimme vor der Gefahr warnen. "Unser Gehirn ist darauf programmiert, auf menschliche Stimmen zu reagieren, beispielsweise auf die einer Mutter, die ihr Kind vor einer Gefahr warnt", sagt Rodney Mountain vom Medizinischen Institut der Universität. "Kinder sind von Geburt an nicht darauf programmiert, unsere modernen Warnsignale von digitalen Sirenen und Alarmen entsprechend wahrzunehmen. Das müssen sie erst lernen." Gerade im Schlaf könnte der reine Alarmton daher ignoriert worden sein.

In einer neuen Studie sollen nun 500 Kinder im Alter von zwei bis 16 Jahren getestet werden. Hier sollen dann die neuen Rauchmelder zum Einsatz kommen. Die ersten Tests mit niedrigerer Frequenz und der Sprachansage lieferten positive Ergebnisse: In 90 Prozent der Fälle wurden die getesteten Jungen und Mädchen wach.

Niamh Nic Daeid erklärt die Hintergründe

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