2016 Lamùri aus Sizilien: Mit Trinkfluss

2016 Lamùri aus Sizilien : Mit Trinkfluss

Nero d'Avola, Siziliens Paraderebsorte in ihrer feinsten Art: Das Geheimnis des Lamùri liegt in seiner Herkunft. Er entsteht im Herzen der Insel.

Um mich gleich zu outen: Nero d'Avola Weine finden sich sehr wenige in meinem Keller. Zu oft sind die Tropfen aus Siziliens Paraderebsorte allzu üppige Fruchtbomben, denen das Wichtigste beim Wein fehlt: Trinkfluss.

Ich war deshalb skeptisch, als ich den Lamùri entkorkte - doch schon nach dem ersten Schluck des purpurroten Weins war alle Skepsis verschwunden. Hier war ein Nero d'Avola mit Frische und Grip, der seine opulente Frucht ausbalancierte. Sauerkirschen finden sich, aber auch Heidel- und Brombeeren, dazu würzige Anklänge von Zimt, Kaffee, etwas Vanille und Kakao.

Am Gaumen ist er saftig-fruchtig, fast fleischig, mit samtigem Schmelz. Und seine 13,5 Volumenprozent Alkohol sind für einen Nero d'Avola fast schon leichtfüßig. Das Geheimnis des Lamùri liegt in seiner Herkunft. Die meisten Weine Siziliens werden an der Küste angebaut, die Tenuta Regaleali liegt aber im Herzen der Insel. Von der Gebirgskette Madonie geschützt herrscht hier ein fast kontintentales Klima. Dazu kommt die Höhenlage, die Trauben wachsen auf 450 bis 750 Meter über dem Meeresspiegel.

Rund 12 Monate reift der Wein in Barrique-Fässern aus französischer Allier- und Tronçais-Eiche, davon sind nur 20% neu, damit das Holz nicht zu dominant wird. Wer also bisher einen Bogen um Nero d'Avola gemacht hat: Dies ist der Wein, mit dem man der Rebsorte noch mal eine Chance geben sollte. Es lohnt sich.

Info: 2016 Lamùri, Tenuta Regaleali, Sizilien, Italien. Preis: 9,85 Euro. Beim Weinkommissar, Friedrichstr. 20, 53111 Bonn-City, Tel. (0228) 965 00 65

Mehr von GA BONN