Mythos Mosel: Dem Riesling auf der Spur

Mythos Mosel : Dem Riesling auf der Spur

Mythos Mosel: 120 Weingüter zeigen vom 26. bis 27. Mai auf einer Strecke von 20 Flusskilometern ihre Weine. Diese spiegeln ihre Heimat auf unverkennbare Art und Weise wider.

Ihre Weingüter und Weinlagen erstrecken sich entlang der ganzen Moselregion, 250 Kilometer weit, von der luxemburgischen Grenze bis nach Koblenz, von Obermosel und Saar bis zur Terrassenmosel. Aber an zwei Tagen im Jahr rücken die Winzer näher zusammen. Die Veranstaltung „Mythos Mosel“ versammelt 120 von ihnen auf nur 20 Kilometern entlang des Flusses. Diesmal liegen die 30 Treffpunkte zwischen den Weinbauorten Kesten und Zeltingen. Jeweils ein gastgebendes Weingut nimmt drei Gastweingüter bei sich auf, zusammen schenken sie ihre Weine aus.

Zum fünften Mal findet Mythos Mosel dieses Jahr statt. Es hat sich von einer spontanen Idee zu einer festen und erfolgreichen Institution entwickelt. Organisatoren sind die Moseljünger. „Mosel“ und „jünger“ – die Vereinigung von jungen Moselwinzern wurde bereits 1999 gegründet, und manche Gründungsmitglieder würden sich heute sicher nicht mehr als jung bezeichnen. Was bei den Mitgliedern jedoch unverändert blieb, ist die Leidenschaft für ihre Heimat und den Wein, der auf den Steillagen entlang der Mosel mit ihren unwirtlichen Schieferböden entsteht. Wer dort lebt und arbeitet, ist zugleich auch Bergsteiger und Handwerker unter den schwierigsten Umständen. Und genau deshalb sind die Rieslinge von dort unvergleichbar und von einer Balance und einer Finesse, wie man sie nirgendwo anders finden kann.

So einen Wein darf man nicht mit den „verstaubten Klischees“ der Mosel präsentieren, meinten die Moseljünger und organisieren Partys, um ihn zu feiern, gehen gemeinsam auf Messen, um ihm ein jüngeres Gesicht zu verleihen. 2014 haben sie dann Mythos Mosel ins Leben gerufen. Die Veranstaltung soll zeigen, dass der Mythos lebt und wie modern, wie aufgeschlossen und großzügig die Weine, ihre Winzer und die Weingüter heute tatsächlich sind.

Das Angebot wird dankbar angenommen. Mehr als 3000 Besucher aus elf Ländern kamen letztes Jahr an die Mosel, um an den beiden Tagen den Mythos zu erkunden. Nicht nur der Mix aus renommierten Weingütern und spannenden Entdeckungen hat die Gäste angelockt, es ist auch das Konzept, viele Weine auf kleinstem Raum erfahrbar zu machen – in doppeltem Sinne. Auch dieses Jahr verbinden wieder Pendelbusse die einzelnen Stationen. Bei 20 Kilometern Distanz bietet sich außerdem eine Radtour an, und manch einer ist froh, wenn er zwischen zwei Gläsern eine Teildistanz in den Weinbergen zurücklegen kann.

Um alle Stationen zu schaffen, braucht man schon zwei Tage. Vor allem der Sonntag ist ein Geheimtipp von Moseljünger Matthias Meierer. Am Samstag kann es sich schon mal knubbeln. Viele sind schon für die Eröffnungsparty am Freitagabend angereist: In Schloss Lieser kochen dieses Jahr sieben Spitzenköche auf – einschließlich Harald Wohlfahrt, Wolfgang Becker aus Trier und Raphael Ianniello vom Weingut und Gästehaus Clüsserath-Weiler in Trittenheim. Dazu werden 480 Großflaschen (Magnum, Doppelmagnum oder noch größere Formate) geöffnet.

Auch der Samstagabend bietet viel Programm: An mehreren Stationen auf der Mythos-Route finden Weinpartys statt. Unter anderem soll „Rhythm & Wine“ der Moseljünger im Weingut Axel Pauly für einen fetzigen Ausklang nach dem Verkostungsmarathon sorgen.

Zur Premiere von Mythos Mosel vor vier Jahren waren es noch 25 Stationen und 1500 Gäste, in 2018 rechnet man mit 3300 Besuchern, schätzt Moseljünger Matthias Meierer. Die Stationen wurden inzwischen auf 30 erweitert, darunter so bekannte Weingüter wie Willi Schaefer, Fritz Haag, Schloss Lieser, Markus Molitor und Dr. Loosen. Aber es bietet sich auch die Gelegenheit, neue und junge Winzer zu treffen. Dafür wurden erstmals die Stationen „Junge Talente“ ins Leben gerufen. Dort präsentieren sich ausschließlich Jungwinzer unter 30 Jahren wie beispielsweise Martin Müllen aus Traben-Trabach oder Ernst Eifel aus Trittenheim.

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