2017 Riesling G der Weinbaudomäne Oppenheim: Aus der ältesten Lage Deutschlands

2017 Riesling G der Weinbaudomäne Oppenheim : Aus der ältesten Lage Deutschlands

Seinen Namen trägt der Weinberg möglicherweise, weil der Glöckner einst mit Wein daraus bezahlt wurde. Dann wäre er mit dem 2017er Riesling gut bedient: Der liefert ganz entspannten Genuss.

Auf dem Papier ist sie nachweislich die älteste Weinbergslage Deutschlands. Eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 742 ist quasi die offizielle Geburtsurkunde der Niersteiner Glöck. Darin ist belegt, dass Karlmann, der Sohn Karl Martells, Bruder König Pipins, die damalige Marienkirche (spätere Kilianskirche) dem Bistum Würzburg geschenkt hat. Ihren Namen hat sie entweder vom nahen Glockengeläut oder weil der Glöckner einst mit Wein bezahlt wurde. Südlich der Kirche fällt die Glöck auf den Ausläufern des berühmten Roten Hangs zum Ort hin ab, umgeben wird sie von einer Jahrhunderte alten Mauer. Nur 2,1 Hektar ist die Glöck groß und wird ausschließlich von der Staatlichen Weinbaudomäne Oppenheim bewirtschaftet. Der Lehr- und Versuchsbetrieb des Landes Rheinland-Pfalz pflegt seine Tradition ebenso, wie er neue Methoden würdigt. Dass ihm diese Verbindung gelingt, zeigt sich auch daran, dass die Weinbaudomäne Mitglied im Verband der Prädikatsweingüter ist, zu dem 200 der besten deutschen Weingüter gehören. Alle Voraussetzungen also, um dem Ruf der Glöck mit ihrem 2017er Riesling G viel Ehre zu machen. Der Weißwein duftet nach reifem Pfirsich und Quittengelee mit einer leichten Würze von Ingwer. Im Geschmack ist er trocken, die frische Säure in stoffige Textur verpackt. Es ist eine runde, glatte und ausgeglichene Erscheinung, freundlich und aufgeschlossen zugleich. Ein ganz entspannter Genuss.

Info: 2017 Riesling G trocken, Weinbaudomäne Oppenheim, Rheinhessen. Preis: 8,99 Euro. Bei Galeria Kaufhof, Remigiusstr. 20-24, 53111 Bonn-City, Tel. (0228) 5160

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