2016 Brauneberger Riesling von Stefan Steinmetz: Aufmüpfig, kapriziös, anders

2016 Brauneberger Riesling von Stefan Steinmetz : Aufmüpfig, kapriziös, anders

Ein Wein, der vibriert und elektrisiert. Stefan Steinmetz' Riesling ist authentisch, er will seinen Ursprung abbilden: die kargen Braunschieferböden der Hänge rund um Brauneberg.

Die Weine der Mosel sind Klassiker - und in ihrer typischen Art unverkennbar: leicht, fruchtig, duftig, mit flotter Säure zwar, aber beruhigend restsüß. Doch es geht auch anders: Der erste Überraschungsmoment beim Brauneberger Riesling von Stefan Steinmetz ist seine schonungslose Trockenheit. Er schmeichelt nicht, er beschwichtigt nicht, der Wein vibriert und elektrisiert.

Steinmetz hat auch der Frucht jede Übertreibung verweigert und sie auf reintönigen Purismus reduziert: Zitruszesten, Grapefruit, Zitronenmelisse, frisch gemähtes Gras, Minze. Schlank ist dieser Riesling, fast knochig, die Säure sehnig und straff gespannt, im Abschluss leicht salzig.

Das mag einem konservativen Moseltrinker unbequem erscheinen, doch die kantige Persönlichkeit von Steinmetz? Riesling ist Kalkül. Seine Weine sind authentisch, er will darin ihren Ursprung abbilden: die kargen Braunschieferböden der steilen Hänge rund um den Weinort Brauneberg.

Der Winzer interveniert allenfalls durch konsequente Ertragsreduktion und strenge Selektion des Leseguts. Im Keller greift er ebenfalls nur minimalinvasiv ein. Die 10,5 Volumenprozent Alkohol gehen auf den natürlichen Zuckergehalt zurück.

Das ist Mosel modern, aufmüpfig, kapriziös, abweichend - und gerade deshalb so spannend. Untypisch für die Region macht Steinmetz auch Rotwein aus Pinot Meunier, Pinot Noir, Dornfelder - und Merlot, vor allem Letzterer ist einen eigenen Weintipp wert.

Info: 2016 Brauneberger Riesling Weingut Günther Steinmetz, Mosel. Preis: 9,80 Euro. Beim Weinhaus Gut Sülz, Bachstr. 157 53639 Oberdollendorf, Tel. (02223) 30 10

Mehr von GA BONN