2018 Ohm Johann Riesling Spätlese feinherb von Sturm: Auf die Balance kommt es an

2018 Ohm Johann Riesling Spätlese feinherb von Sturm : Auf die Balance kommt es an

Der Begriff Feinherb hat sich in der Weinsprache etabliert: für trocken anmutende Weine mit Restüße wie den Riesling vom Weingut Sturm.

Ein Kunstbegriff - früher umstritten, längst jedoch in der Weinsprache etabliert: feinherb. Fein und herb - eine klare Vorstellung vom Geschmack eines Weines bildet die Zusammensetzung anders als die gesetzlichen Bezeichnungen trocken, halbtrocken, lieblich und süß zunächst nicht.

Doch feinherb steht eben auch für einen widersprüchlichen Weinstil: geschmacklich trocken und zugleich mit leichter Restsüße unmerklich ausbalanciert. Annegret Reh-Gartner hat sich vor 17 Jahren für die Legalisierung von feinherb eingesetzt, denn vor allem in den Weinen von Mosel, Saar und Ruwer, wo Reh-Gartner das Weingut Reichsgraf von Kesselstatt bis zu ihrem Tod leitete, neutralisiert eine natürlich straffe Säure den süßlichen Eindruck von Restzucker.

Obwohl er vom Mittelrhein und nicht von der Mosel stammt, führt der 2018er Ohm Johann Riesling Spätlese vom Weingut Sturm seine feinherbe Stilistik ganz wunderbar vor: Im Duft löst sich aus dem Wein zuerst noch etwas zart, dann nachdrücklicher der Eindruck von eingelegtem Pfirsich, grünem Tee und Küchenkräutern.

Im Geschmack erfüllt er dann die Erwartungen, die heute eng mit feinherb verbunden sind: Die frische Säure ist Treibkraft, wird aber ausgeglichen von einer Süße, die sich im Hintergrund kaum ausmachen lässt. Der Wein fließt cremig glatt, linear und ganz stringent dahin, klar und kühl in seiner Anmutung - eben ganz feinherb.

Info: 2018 Ohm Johann Riesling Spätlese feinherb, Weingut Sturm, Mittelrhein. Preis: 12,50 Euro (ab Hof). Bei Weingut Sturm, Im Rosenberg 3, 56599 Leutesdorf, Tel. (02631) 9476026

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