Neue Einkaufspolitik: Aldi Süd will sich für Tierwohl einsetzen

Neue Einkaufspolitik : Aldi Süd will sich für Tierwohl einsetzen

Aldi Süd untersagt seinen Lieferanten die Verwendung von Eiern aus Käfighaltung bei der Herstellung von Nudeln und Gebäck. Aus Sicht von Tierschützern reicht das jedoch nicht.

Der von Tierschützern wiederholt kritisierte Discounter Aldi Süd will sich mit einer neuen Einkaufspolitik für artgerechte und nachhaltige Haltungsbedingungen in der Tierzucht einsetzen. Dies gelte nicht nur für den Lebensmittelbereich, sondern auch für Textilien, Kleinlederwaren und Schuhe im Angebot des Discounters, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an.

"Aldi Süd übernimmt eine gesellschaftliche Verantwortung für die Einhaltung von tiergerechten und nachhaltigen Haltungsbedingungen", teilte der Discounter in einem am Donnerstag veröffentlichten Grundsatzpapier mit. Das Unternehmen untersagt darin unter anderem seinen Lieferanten den Einsatz von Eiern aus Käfig- oder Kleingruppenhaltung bei der Herstellung von Nudeln und Backwaren und bekennt sich zu einer Minimierung des Einsatzes kritischer Fangmethoden bei Fisch- und Meeresfürchten. Bei fleischhaltigen Produkten strebt das Unternehmen eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Fleischrohwaren bis hin zur Aufzucht an.

Zwar lobte der Deutsche Tierschutzbund, dass Aldi den Einsatz von Eiern aus Käfighaltung generell untersagt. Doch bemängelten die Tierschützer, dass die Ankündigung des Discounters ansonsten "wenig wirklich konkrete und transparente Maßnahmen" beinhalte.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, verlangte, Aldi Süd müsse "endlich seine Dumpingpreis-Politik bei Fleisch, Milch, Eiern und anderen tierischen Produkten beenden". Sonst sei jede Absichtserklärung in Sachen Tierwohl unglaubwürdig. Denn mehr Tierschutz gehe nur, wenn die Landwirte in die Lage versetzt würden, Tierschutz in die Ställe zu bringen und gleichzeitig ihre Familien zu ernähren. Dies sei nicht möglich, wenn die Preise immer nach unten gedreht würden.

Aldi hatte Preissenkungen bei Fleisch- und Milchprodukten in der Vergangenheit stets mit dem Hinweis verteidigt, dass nur Preissenkungen auf dem Rohstoffmarkt an die Kunden weitergegeben würden.

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