Zum Wintersemester drohen wieder Probleme bei der Zulassung

Zum Wintersemester drohen wieder Probleme bei der Zulassung

Rektor Matthias Winiger kritisiert den Sanierungsstau an der Universität

Bonn. (sj) Für das Wintersemester drohen erneut Probleme bei der Zulassung. Weil sich viele Studierwillige an mehreren Universitäten gleichzeitig bewerben, aber nur einen Studienplatz besetzen können, sehen sich die Hochschulen mit einer Flut von Bewerbungen und Nachrückverfahren konfrontiert. Schlimmstenfalls führt das zu verspäteten Studienstarts und verpassten Prüfungen. Teils bleiben Studienplätze auch unbesetzt.

Ein bundesweites Serviceverfahren habe die Dortmunder Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen nicht fristgerecht umgesetzt, kritisiert die Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Die Universität Bonn teilt die Einschätzung anderer Hochschulen und der HRK, dass das Verfahren der Studienplatzvergabe besser koordiniert werden muss.

"Kurzfristig wird dies aber nur dadurch möglich sein, die Verfahrensdauer noch weiter abzukürzen und Bewerbern somit noch früher Klarheit darüber zu geben, welche Studienplätze ihnen sicher sind", teilt die Unipressestelle mit.

Die Uni Bonn werde sich mit den übrigen Hochschulen in NRW abstimmen und durch Orts-NCs bestehende Hürden wo möglich reduzieren. "Klar ist, dass die Situation insgesamt unbefriedigend ist", sagt Rektor Matthias Winiger. Eine mögliche Abhilfe könne sein, die Zahl der Bewerbungen auf drei bis fünf zu limitieren.

Auch die Verhandlungen über eine Anpassung des Semesterbeginns an ausländische Gepflogenheiten kommen nicht voran. "Die Studierenden wollen im Ausland studieren können, ohne zwangsläufig ein Semester zu verlieren", machte HRK-Präsidentin Professor Margret Wintermantel deutlich. Der Hochschulausschuss der Kultusministerkonferenz habe Bedenken gegen die Reform.

Die HRK spricht von einer "Kehrtwende". Eine Abstimmung unter den Hochschulen sei sehr sinnvoll, so die Bonner Universität. Ob der Semesterbeginn nun zum 1. September, 1. Oktober oder einem anderen Termin festgelegt wird, werde in der Uni und unter den Hochschulen noch diskutiert.

Winiger sieht darüber hinaus den Staat in der Pflicht, rasch Mittel für die Sanierung der Hochschulen bereitzustellen. Der Bau- und Sanierungsbedarf belaufe sich allein an der Uni Bonn auf rund 300 Millionen Euro. Dank der Konjunkturpakete, die derzeit von Bund und Ländern geschnürt werden, eröffne sich den Hochschulen jetzt eine Chance auf Besserung.

Die Debatte um die maroden Toiletten im Unihauptgebäude und im Juridicum sei nur ein Symptom für einen Sanierungsstau größten Ausmaßes. "An vielen Stellen tropft es, klaffen Risse, geht Energie durch fehlende Isolation verloren", so die Uni. Das Rektorat hoffe nun auf das Modernisierungsprogramm des Landes und das Konjunkturpaket der Bundesregierung.

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