Wo drückt der Schuh?

Uni befragt ausländische Studenten - Proteste gegen die 150 Euro

Bonn. (sj) Die Universität Bonn will ihr Betreuungsangebot für ausländische Studenten verbessern und hat eine Umfrage gestartet. Wo sehen die Studierenden den größten Handlungsbedarf? Welche Angebote sollen intensiviert, welche Angebotslücken geschlossen werden? "Die Erkenntnisse aus der Befragung werden in die Prioritätensetzung und Programmentwicklung einfließen", kündigt die Alma Mater an.

Seit Semesterbeginn müssen ausländische Studenten aus Nicht-EU-Ländern in Bonn 150 Euro pro Halbjahr zahlen. Die Alma Mater will von dem Geld das Betreuungsangebot für diese Gruppe verbessern. Ziele seien, ausländischen Studierenden einen schnelleren Einstieg ins Studium zu ermöglichen, sie schneller zum Abschluss zu führen und die Abbrecherquote zu senken, teilt die Uni mit.

Der Integrationsrat der Stadt Bonn, der die Interessen der ausländischen Bürger vertritt, hat sich jedoch mehrheitlich gegen die zusätzlichen Betreuungsgebühren ausgesprochen. Der Rat bittet die Oberbürgermeisterin, sich beim Unirektorat und der Landesregierung dafür einzusetzen, die zusätzlichen Gebühren zurückzunehmen. Die Betreuungsgebühren führten zu zwei Klassen von Studenten und verstießen gegen die EU-Richtlinie sowie das Gleichbehandlungsgesetz.

Auch der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Uni Bonn protestiert in einem offenen Brief unter anderem an den nordrhein-westfälischen Wissenschaftsminister gegen die Gebühren. Die Beitragsregelung sei diskriminierend. Es enstehe der Eindruck, dass ein Teil der ausländischen Studierenden in Bonn unerwünscht sei.

Die Befragung ist unter www.uni-bonn.de/Internationales/Studium_in_Bonn/Leben/Fragebogen.html zu finden.

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