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Uni Bonn: Tarn-Trick der Gabunviper - Hautpartien verschlucken das Licht nahezu vollständig

Uni Bonn : Tarn-Trick der Gabunviper - Hautpartien verschlucken das Licht nahezu vollständig

Die Westafrikanische Gabunviper kann nicht nur Beutetiere von der Größe eines Stachelschweins verschlingen: Manche Teile ihres Schuppenkleids verschlucken das einfallende Licht nahezu vollständig; sie erscheinen "ultraschwarz". Wissenschaftler der Universitäten Kiel und Bonn haben nun herausgefunden, wie dieser Effekt zustande kommt.

Ursache sind demnach mikroskopisch kleine Strukturen, die das Reflexionsvermögen der schwarzen Schuppen drastisch herabsetzen. Sie sorgen dafür, dass die Schlange auf dem schattigen Waldboden kaum zu erkennen ist. Die Ergebnisse erscheinen nun in "Scientific Reports".

Gabunvipern sind Lauerjäger: Sie warten im schattigen Laub, bis ihnen ein Beutetier nahe genug kommt. Dann beißen sie blitzschnell zu und injizieren ihr tödliches Gift. Dabei hilft ihnen, dass sie sich kaum vom strukturreichen Waldboden abheben. Das liegt auch daran, dass die schwarz gefärbten Stellen das Licht geradezu verschlucken: Sie glänzen nicht wie bei vielen anderen dunklen Schlangen, sondern erscheinen matt wie tiefschwarzer Samt.

Für die Schwarzfärbung der Schuppen sorgt dabei ein eingelagertes Pigment. Es erklärt aber nicht den "Samt-Effekt". Dessen Ursache offenbart sich erst bei zwanzigtausendfacher Vergrößerung: Die schwarzen Schuppen tragen einen Rasen aus blattartigen Erhebungen. Und diese Blätter wiederum sind mit zahlreichen kleinen Rippen überzogen. Diese Kombination ultrafeiner Strukturen scheint für den Lichtschluck-Effekt verantwortlich zu sein.

Lichtschluckende Oberflächen wie die der Gabunviper sind auch für technische Anwendungen interessant, etwa für optische Instrumente oder als Auskleidung von Sonnenkollektoren.