Alanus Hochschule: Schauspiel-Studenten zeigen Eigenproduktionen

Alanus Hochschule : Schauspiel-Studenten zeigen Eigenproduktionen

Sie wollen Schauspieler werden. Nun haben sie der Öffentlichkeit erste eigene Projekte präsentiert. Alanus-Studenten im zweiten Jahr ihrer Schauspiel-Ausbildung zeigten am Campus I (Johannishof) Eigenproduktionen unter dem Titel "Made in Alfter".

In der Themenwahl und Ausgestaltung waren sie frei, Unterstützung bei der Ausarbeitung gab Kursleiter René Harder. Marcel Jaschar Markazi Noubar betrat die Bühne in einem lila Mantel, mit Sonnenbrille und Wollmütze. In seiner Revue-Show kombinierte er dann ganz unterschiedliche Elemente. Das Flattergewand einer Kommilitonin aus dem Fach Eurythmie versetzte er mit dem Föhn in Bewegung und gab das als wissenschaftliches Experiment aus.

Den Zuschauern spielte er kommunistische Lieder vor und wies auf besonders dramatische Stellen hin. Und für Theo aus dem Publikum, der ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Hochschule ableistet, ließ er einen Strumpf als Klingelbeutel herumgehen.

In ganz andere Stimmung versetzte der Videoclip "Gefrorenes Gefieder" von Alexander Prizkau. Zum Gedicht "Vereinsamt" von Friedrich Nietzsche zeigte er Landschafts- und Stadtbilder. Unterlegt war der Film mit elektronischer Musik von David Tegtmeier, der den Clip im Vorfeld nicht gesehen hatte.

"Ich wollte eine Seite meiner Persönlichkeit zeigen", erklärte Prizkau die melancholische Grundstimmung in dem Videostreifen. "Kopf oder Zahl" hieß es im Kurzfilm von Aljoscha Zöller. Der Film ist aus dem gleichnamigen Theaterstück entstanden, erstmals zusammen gezeigt werden beide am Samstag, 12. April.

Ein Soldat mit einer posttraumatischen Belastungsstörung, der sich im Alltag nur noch schlecht zurechtfindet, eine junge Frau, die von der Auswahl im Schuhgeschäft überfordert ist, und ein Student mit Idealismus, der sich in den Weiten elektronischer Medien verliert - das sind die Personen in Zöllers Film. Mit seinem kritischen Blick auf die Konsumgesellschaft möchte er zum Nachdenken anregen. Das tut auch Alina Rohde mit ihrer Dokumentation über Alkoholismus mit dem Titel "Mei hob I an Durscht".

Mit der Kamera hat sie ihren Vater begleitet, der sich seinen Alkoholkonsum von niemandem verbieten lassen möchte. Trotz der ernsten Thematik wirkt der Film fast heiter. Rohde hat damit auch ein Stück Familiengeschichte verarbeitet. Um Achtsamkeit ging es Olivia Gajetzki bei ihrer Performance "Satori". Damit bezieht sie sich auf den Zen Buddhismus.

"Satori ist ein Moment der absoluten Präsenz, ein Augenblick der Gedankenlosigkeit und der Wahrnehmung von Emotion und Körper", erklärte sie. So unterschiedlich die Beiträge auch waren, eines schafften sie alle: Sie nahmen die Zuschauer mit. Zwischenrufe, Lachen und starker Applaus für alle Produktionen belohnte die Studenten für ihre inspirierten Eigenproduktionen.

Info: Der zweite Teil von "Made in Alfter" wird heute, 20. März, um 19.30 Uhr am Campus I (Johannishof) der Alanus Hochschule gezeigt. Treffpunkt ist der Innenhof.

Der Eintritt ist frei, die Studierenden freuen sich über eine kleine Spende. Die Premiere von "Kopf oder Zahl" (Film und Theaterstück) findet am Samstag, 12. April, um 19.30 Uhr ebenfalls auf dem Campus I im Großen Saal statt.

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