Kupferfarbenes Schattenspiel im Weltall

Am 9. Januar verfinstert sich der Mond. Beste Beobachtungszeit zwischen 20 und 22 Uhr

Köln-Porz. (ga) Das neue Jahr beginnt mit einem spektakulären Himmelsereignis, einem gigantischen Schattenspiel im Weltall: Am 9. Januar tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein und verfinstert sich für 62 Minuten total, teilt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mit. Eine totale Mondfinsternis entsteht dann, wenn Sonne, Erde und Mond sich auf einer Linie befinden und der Mond durch den Kernschatten der Erde wandert.

Laut DLR ereignet sich das Schauspiel in den Abendstunden. Wolkenfreie Sicht vorausgesetzt, ist in ganz Europa die Zeit zwischen 20.50 Uhr und 21.52 Uhr am günstigsten, wenn der Mond komplett durch den Kernschatten der Erde zieht. Bereits eine Stunde früher kann auf der Ostseite des Mondes das Eintauchen in den Kernschatten, die partielle Phase, verfolgt werden. Während der Finsternis befindet sich der Mond im Sternbild Zwillinge, wo er sich in der Nachbarschaft von Jupiter, Saturn und Siebengestirn im so genannten "Wintersechseck" zeigt.

Doch so dunkel, wie der Begriff "Finsternis" vermuten lässt, wird der Mond dem irdischen Betrachter nicht erscheinen. Selbst im Maximum der Verfinsterung ist der Erdbegleiter nicht schwarz oder gar unsichtbar, sondern eher kupferfarben rötlich, mitunter auch bräunlich. Dieser Farbeindruck entsteht durch Lichtstreuung und -filterung des Sonnenlichts in der Erdatmosphäre, die insbesondere das langwellige rote Sonnenlicht hindurchlässt und Richtung Kernschatten bricht, die kürzeren Wellenlängen des Lichtes dagegen absorbiert und zerstreut. Der Erdbegleiter wird während der Finsternis relativ groß erscheinen, weil er zu diesem Zeitpunkt auf seiner Bahn besonders nahe an der Erde ist. Am darauffolgenden Tag um 10 Uhr MEZ wird er dann den erdnächsten Punkt, das so genannte Perigäum, erreicht haben und dann "nur" 357 130 Kilometer entfernt sein. Eine Mondfinsternis kann von allen Orten der Erde beobachtet werden, die den Mond gerade über dem Horizont haben. Das funktioniert im günstigsten Falle also von mehr als der Hälfte unseres Globus aus.

Eine ideale Lage für die Beobachtung der totalen Mondfinsternis im Januar haben die Länder des Vorderen Orients, wo der Mond zur Finsternismitte genau über dem Beobachter im Zenit steht. Die Logenplätze für die Beobachtung der Mondfinsternis haben jedoch die drei Astronauten an Bord der internationalen Raumstation, die in rund 380 Kilometer Höhe jenseits von allen irdischen Wolken das astronomisches Ereignis genießen dürfen.

Mondfinsternisse finden schon seit der Antike besondere Beachtung, aber auch heute noch nutzen Planetenforscher diese Ereignisse für wissenschaftliche Untersuchungen. Hierbei geht es um vergleichende Messungen, bei denen die Oberflächenbeschaffenheit von weitgehend unbekannten Himmelskörpern wie Asteroiden genauer bestimmt werden sollen. Das Ereignis am 9. Januar wird hierzulande für mehr als zweieinhalb Jahre vorerst die letzte totale Mondfinsternis sein. Erst am 9. November 2003 wird es in Mitteleuropa eine vergleichbare gute Möglichkeit geben, eine totale Mondfinsternis von Anfang bis Ende verfolgen zu können - dann allerdings erst nach Mitternacht.