Uni äußert sich zu aberkanntem Doktortitel: In großem Umfang abgeschrieben

Uni äußert sich zu aberkanntem Doktortitel : In großem Umfang abgeschrieben

Wegen "vorsätzlicher Täuschung" hat der Fachbereichsrat der Medizinischen Fakultät in der ersten Sitzung des neuen Semesters einen Doktorgrad aus dem Jahre 2008 aberkannt . Der Doktorand hatte eine Arbeit zur Krankenhaushygiene vorgelegt - diese aber in großem Umfang heimlich bei anderen Autoren abgeschrieben.

Dies war zuerst auf der privaten Internetplattform Vroniplag aufgefallen. Der Aberkennung waren eine intensive Prüfung unter Mitwirkung von externen Gutachtern und die Anhörung des Promovenden vorausgegangen.

Derzeit brütet die Fakultät noch über einem weiteren mutmaßlichen Plagiatsfall, den ebenfalls Vroniplag aufgeworfen hat. Bei mehr als 150 Promotionen im Jahr lassen sich Betrugsfälle offenbar nicht von vornherein ganz ausschließen. "Wir können letztlich nicht verhindern, dass es zu Plagiaten kommt", sagt Professor Nicolas Wernert, Dekan der Medizinischen Fakultät, "aber wir können deutlich machen, dass es dafür keine Toleranz gibt".

Der aktuell betroffene Doktor war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er kann gegen die Aberkennung vor Gericht ziehen, nach allen Erfahrungen hat er jedoch kaum Erfolgsaussichten. Aber auch ohne Doktortitel bleibt er Arzt und Facharzt.