Im Dschungel der Karriereplanung

Viele Angebote helfen Studenten in Rhetorik und Zeitmanagement auf die Sprünge - Doch die erworbenen Kenntnisse müssen auch in die Praxis umgesetzt werden

Bonn. Rhetorik, Zeitmanagement, Computerkenntnisse und vieles mehr - die Anzahl der Veranstaltungen ist groß, die den Studierenden nicht nur Fachwissen vermitteln, sondern auch in puncto Schlüsselqualifikationen auf die Sprünge helfen wollen. Manch ein Studierender wird sich im Dschungel der Angebote fragen, was nun eigentlich das Richtige ist.

Wichtige Ansprechpartner, wenn es um Zusatzqualifikationen an Hochschulen geht, sind die Career Services. Sie haben unterschiedliche Tätigkeitsschwerpunkte. Viele bieten ein umfangreiches Programm zum Erwerb von Zusatzqualifikationen an. So hat etwa IQU - das Career Center der Uni Bonn - neben Veranstaltungen zur Karriereplanung und Bewerbung auch eine Reihe von Softskill-Trainings im Angebot. Themen sind etwa Präsentation, wissenschaftliches Schreiben sowie Selbst-, Zeit- und Konfliktmanagement.

Weitere Ansprechpartner zum Erwerb von Zusatzqualifikationen sind auch der Alumni-Club und die Zentrale Studienberatung der Universität Bonn, das Hochschulteam der Arbeitsagentur Bonn/Rhein-Sieg sowie der Career Service Bonn des AStA (CaSeBo). Er veranstaltet Seminare zu Themen wie Rhetorik, Webdesign, Bildbearbeitung oder Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Veranstaltungen über Praktischen Journalismus werden ebenso angeboten wie Einführungskurse in Computerprogramme.

"Wir vermitteln in unseren Kursen Grundlagen, die für den Berufseinstieg wichtig sind und von Studierenden als Qualifikation nachgefragt werden", betont Tobias Metz vom Career Service Bonn. "Vielen Studierenden geht es bei dem Besuch unseres Angebots auch darum, ein Zertifikat für das belegte Seminar zu erhalten."

Mit dem freiwilligen Besuch von solchen Seminaren können sich Teilnehmer zwar gegenüber anderen Bewerbern hervorheben, so Metz. Allerdings gehören einige Zusatzqualifikationen - gerade im Bereich der Computerbedienung - heute zum Standard und werden somit von den Arbeitgebern ohnehin erwartet.

"Bei all den vielen Angeboten zum Erwerb von Zusatz- oder Schlüsselqualifikationen sollten sich Studierende nicht verrückt machen lassen", betont Dorothea Tolkmitt, Leiterin des IQU. Sinnvoll sei es, gleich bei Studienbeginn oder am besten noch in der Schulzeit darüber nachzudenken, wohin man sich beruflich entwickeln möchte. Deshalb empfiehlt Tolkmitt, zuerst einen Kurs zum Thema Karriereplanung zu besuchen, der genau an diesem Punkt ansetzt. "Wer weiß, welche Ziele er hat, kann dann auch darüber reflektieren, welche Schlüsselqualifikationen für diese nötig sind", berichtet die Diplom-Pädagogin.

Neben speziellen Angeboten wie dem "Crashkurs Unternehmensgründung" gebe es auch Seminare, die für Studierende mit den verschiedensten Berufszielen interessant seien, wie etwa "PR in eigener Sache". Mit dem Besuch von Seminaren und Workshops sei es aber nicht allein getan. "Wichtig ist, dass Studierende die Erkenntnisse aus den Zusatzveranstaltungen gleich in der Praxis einüben, etwa im Praktikum oder in der ehrenamtlichen Arbeit", sagt Tolkmitt.

Es mache etwa auf Arbeitgeber in der Regel mehr Eindruck, eine Jugendgruppe zu leiten als lediglich eine Veranstaltung zum Thema Konfliktmanagement besucht zu haben, da zur Jugendarbeit eben auch die Bewältigung von Konflikten gehöre.

Neben aller berechtigten Karriereplanung rät die Diplom-Pädagogin den Studierenden jedoch, in ihren Studienalltag Entspannungsphasen einzubauen und den Erwerb von Qualifikationen nicht zu übertreiben. "Es gehört eben auch zum Zeitmanagement, sich eine Nische zu suchen, um sich zu regenerieren", sagt Tolkmitt.

Informationen zu den Angeboten im Internet: IQU-Career Center der Universität Bonn www.uni-bonn.de/Forschung/IQU.html; Career Service des Bonner AStA: www.casebo.de

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