Droht der Uni ein Boykott?

Studenten wollen Zahlung der Gebühren verweigern - RCDS: "Politische Pleite"

Bonn. (sj) Studenten diskutieren über einen Boykott der Studiengebühren, die zum Wintersemester von der Universität Bonn eingeführt worden sind. Seit kurzem müssen Erstsemester 500 Euro pro Halbjahr bezahlen, ab dem Sommer alle Studenten. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und die Initiative "Freie Bildung Bonn" hatten kürzlich zu einer Vollversammlung geladen, zu der laut Veranstalter rund 300 Studenten erschienen.

Dabei stellte das AStA-Referat für Hochschulpolitik ein Boykottmodell vor. Es sieht vor, die Gebühren von 500 Euro zunächst auf ein Treuhandkonto zu überweisen. Erst wenn mehr als 7 000 Studierende teilnehmen, soll der Boykott in Kraft treten und mit der Hochschulleitung über die Studiengebühren verhandelt werden. Überweisen zu wenige das Geld auf das Sperrkonto, bekommt laut Initiatoren die Universität fristgerecht die Gebühren.

Noch sei nicht klar, ob die Aktion tatsächlich so kommt, meinte AStA-Vorsitzende Ninja Fischer. Es müssten noch etliche juristische Punkte abgeklärt werden - etwa ob Boykotteuren die Exmatrikulation drohe. Dann wolle der AStA entscheiden, ob er tatsächlich zum Boykott aufruft. Die Vollversammlung sei durchgeführt worden, um ein Meinungsbild einzuholen. Laut Veranstalter hat die "überwältigende Mehrheit" dabei für den Boykott gestimmt.

"Jeder, der seinen Studienbeitrag nicht rechtzeitig überweist, muss damit rechnen, exmatrikuliert zu werden", sagt Uni-Sprecher Andreas Archut. Der Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) bezeichnete die Vollversammlung wegen der "mageren Beteiligung" indes als "politische Pleite". Die Mehrheit der Bonner Studenten akzeptiere die Studiengebühren.

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