Dokumentarfilm: Diskussionsstoff zu Henry Kissinger

Dokumentarfilm : Diskussionsstoff zu Henry Kissinger

Stephan Lamby ist dem Staatsmann bei Dreharbeiten zu einem Porträtfilm ganz nah gekommen. Welche Schuld trägt der ehemalige Sicherheitsberater von US-Präsident Nixon an der Eskalation des Vietnamkriegs?

Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Universität Bonn hält die Diskussion um die Henry-Kissinger-Stiftungsprofessur in Gang. Am Dienstag, 3. Juni, zeigt die Studierendenvertretung den Dokumentarfilm "Henry Kissinger - Geheimnisse einer Supermacht" des gebürtigen Bonner Filmemachers Stephan Lamby.

Trotz seiner Verdienste - 1973 erhielt er den Friedensnobelpreis für die Friedensverhandlungen mit Nordvietnam - verfolgen Kissinger bis heute schwere Vorwürfe.

Welche Rolle spielte er beim Putsch gegen den chilenischen Präsidenten Salvador Allende? Wie reagierte er auf die indonesische Invasion in Osttimor?

Dem Dokumentarfilmer Lamby ist es gelungen, Henry Kissinger in seinem Privathaus in Connecticut zu einem zweitägigen Interview über sein Leben zu bewegen. So ergab sich ein offenes Gespräch über Macht und Moral - und über eine Theorie, die Regierungen bis heute beeinflusst.

Zudem sprach Lamby mit Zeitzeugen wie Alexander Haig, George W. Bush, Norman Mailer und Carl Bernstein über die Entscheidungen Kissingers. Der mit großem Aufwand recherchierte Film wurde von NDR und Arte in Auftrag gegeben.

Er umfasst das gesamte persönliche und politische Leben Kissingers und bietet Argumente für die Diskussion: Wird mit der Einrichtung der "Henry-Kissinger-Stiftungsprofessur für Internationale Beziehungen und Völkerrechtsordnung" zum kommenden Wintersemester ein mutiger Visionär geehrt - oder ein kaltblütiger Machtpolitiker?

Stephan Lamby wurde für seine Filme über Angela Merkel, Helmut Kohl, Fidel Castro und Joschka Fischer ausgezeichnet, zuletzt erhielt er den Deutschen Fernsehpreis und den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis.

"Henry Kissinger - Geheimnisse einer Supermacht",
90 Minuten, am Dienstag, 3. Juni, um 19 Uhr im Hörsaal XVII im
Hauptgebäude der Universität Bonn (Regina-Pacis-Weg 5).
Im Anschluss Diskussion mit Filmemacher Stephan Lamby.