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Cape Canaveral: Bemannter Flug zur ISS wegen schlechten Wetters verschoben

Cape Canaveral : Bemannter Flug zur ISS wegen schlechten Wetters verschoben

Seit 2011 musste die Nasa ihre Astronauten mit einer russischen Sojus-Kapsel zur Raumstation ISS bringen. Nun soll das ein Ende haben - mit Hilfe von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX. Doch ein erster Starttermin muss wegen schlechten Wetters verschoben werden.

Der erste bemannte Flug des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk zur Internationalen Raumstation ISS ist wegen schlechten Wetters verschoben worden. Einen nächsten Versuch werde es am Samstag geben, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Mittwoch mit.

Eigentlich hätte die Falcon-9-Trägerrakete am Mittwochnachmittag (Ortszeit, 22.33 Uhr deutscher Zeit) vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida starten sollen und eine Dragon-Kapsel mit zwei Astronauten zur ISS bringen sollen. Doch 16 Minuten vor Start wurde wegen der Gefahr von Blitzeinschlägen abgebrochen.

Die Nasa hat erstmals eine Privatfirma damit beauftragt, Astronauten ins All zu fliegen und dabei gleichzeitig eine lange Durststrecke zu beenden. Denn seit der Einstellung des Space-Shuttle-Programms 2011 waren keine Astronauten mehr von amerikanischem Boden aus ins All gebracht worden. In den vergangenen Jahren hatte die Nasa viel Geld für Plätze in russischen Sojus-Kapseln zahlen müssen, die von Kasachstan aus starten.

Die beiden erfahrenen Raumfahrer Doug Hurley (53) und Bob Behnken (49) saßen bereits im Cockpit, als der Start abgebrochen wurde. „Bob und Doug sind die Ruhe selbst“, hatte Nasa-Chef Jim Bridenstine zuvor über die beiden gesagt. „Sie freuen sich total darauf zu fliegen.“ Er selbst sei ein wenig nervös und emotional, räumte der Nasa-Chef ein.

Das Unternehmen von Musk hatte in den vergangenen Jahren für die Nasa schon zahlreiche Versorgungsflüge zur ISS unternommen, aber noch nie einen bemannten Flug. Genutzt wurde für den Start die gleiche Plattform in Cape Canaveral, von der einst auch Astronauten zum Mond geflogen waren und von der 2011 auch das letzte Space Shuttle gestartet war - mit Hurley als Pilot.

Die Nasa hatte darauf gedrängt, trotz der Coronavirus-Pandemie an dem Starttermin am Mittwoch festzuhalten. Sie rief aber Schaulustige auf, zu Hause zu bleiben. Stunden vor dem Start hatten sich allerdings an der Straße bei Cape Canaveral bereits zahlreiche Autos und Wohnmobile für die besten Plätze in Position gebracht. Unter anderem kamen auch Präsident Donald Trump und sein Vize Mike Pence ins Kennedy Space Center, um den Start zu beobachten - vergeblich.

(dpa)