Universität Bonn: 30 Plätze für 1300 Bewerber

Universität Bonn : 30 Plätze für 1300 Bewerber

So jung und schon so erfolgreich: Der interdisziplinäre Studiengang "Law & Economics" an der Universität Bonn entlässt mit Ende dieses Semesters erstmals seine Bachelor-Absolventen, scheint aber bei den Studenten einen Nerv getroffen zu haben.

1300 Interessenten bewerben sich seit der Einführung vor drei Jahren regelmäßig auf die 30 verfügbaren Studienplätze, nur die besten dürfen letztlich im Juridicum die Methoden der ökonomischen Analyse des Rechts erlernen. "Die Möglichkeiten für unsere Absolventen sind dementsprechend groß", erklärt Professor Daniel Zimmer, Direktor des Center for Advanced Studies in Law and Economics (CASTLE). "Langfristig können sie die Politik etwa bei der Gesetzgebung im Vertrags- oder Kartellrecht beraten - es besteht aber ebenso die Option, in die Wirtschaft oder nach einer Ausbildung zum Volljuristen in die Anwaltschaft zu gehen."

Diese vielfältigen Perspektiven scheinen einen großen Reiz auf die Studenten auszuüben. "Ich war nach dem Abitur zwiegespalten zwischen Jura und VWL, da passte “Law & Economics„ sehr gut", sagt etwa die Studentin Marisa Groß. Ihr Kommilitone Jan-Frederick Göhsl ergänzt, dass zudem die bestehende Verknüpfung der beiden Fachrichtungen einzigartig sei. Klar ist aber auch, dass ein direkter Wechsel in das Berufsleben nach Abschluss des Bachelor-Studiums kaum eine Option ist. "Soweit ich weiß, wollen alle im Anschluss weiter studieren", erklärt Groß. Hierfür bestünden trotz der teilweise begrenzten Master-Studienplätze gute Aussichten, sagt Professor Zimmer: "Nicht allen gelingt es, in sechs Semestern fertig zu werden, aber wer den Bachelor-Abschluss schafft, der hat vielfältige Chancen."

Auch wenn "Law & Economics" mit 43 Bewerbern pro Platz eine außerordentlich große Nachfrage verzeichnen kann, steht der Studiengang zumindest nominell nicht auf Platz 1 der beliebtesten Fächer der Universität Bonn. Den belegt vielmehr ein Klassiker: Nach Angaben von Pressesprecher Andreas Archut liegt Psychologie mit einem Bewerber-Platz-Verhältnis von 60:1 an der Spitze. Ebenfalls populär seien die Medienwissenschaften (35:1) sowie der Bachelor-Studiengang Molekulare Biomedizin (33:1). Die Verhältnisse bei den Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften wirken dabei mit 15 Bewerbern pro freiem Platz fast schon human.

Bei einem derartigen Konkurrenzkampf um Studienplätze sind Frustration und Enttäuschung nur schwer zu vermeiden. Doch auch jene, die schließlich eine Zusage erhalten, können innerhalb kürzester Zeit desillusioniert sein - denn die Vorstellung von einem Fach und die Realität unterscheiden sich mitunter beträchtlich. Grundsätzlich rät die Uni Bonn daher allen Interessenten, sich im Vorfeld gut beraten zu lassen oder zumindest ein Online-Self-Assessment durchzuführen, um zu überprüfen, ob die eigenen Fähigkeiten und Erwartungen mit den Anforderungen des angestrebten Studiengangs harmonieren.

Alle Infos gibt es im Online-Self-Assessment.

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