Hochschule Bonn-Rhein-Sieg: Mehr als nur eine Detailänderung

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg : Mehr als nur eine Detailänderung

Die Förderer der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg stellen sich als „Hochschulgesellschaft“ neu auf. Ergänzt wird der neue Name mit der Unterzeile „Freunde, Förderer, Alumni“.

Nach fast 20 Jahren wurde es Zeit für einen Namenswechsel: Die Fördergesellschaft der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg nennt sich künftig „Hochschulgesellschaft Bonn-Rhein-Sieg“. Was sprachlich nur eine Detailänderung ist, soll für die Arbeit der Förderer große Auswirkungen haben. Es ist gar von einem Neustart die Rede.

Ergänzt wird der neue Name mit der Unterzeile „Freunde, Förderer, Alumni“. Der Zusatz ist durchaus relevant: Es soll eine wesentlich größere Zielgruppe angesprochen werden als zuvor. Gerade die Alumni möchte man stärker in das Netzwerk der Hochschulgesellschaft einbinden. Von deren Erfahrungen in Studium und Beruf könnten schließlich nicht nur aktuelle Studenten der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS), sondern auch die Förderer selbst profitieren, sagt Hartmut Ihne, Präsident der H-BRS.

Denn die Hochschulgesellschaft mit ihren rund 100 Mitgliedern besteht zu gut zwei Dritteln aus Unternehmen aus der Region. Kontakt zu ortsansässigen, hochqualifizierten Menschen zahlt sich für die Firmen aus. Die Förderung der H-BRS sei aber ohnehin eine Selbstverständlichkeit, sagte Matthias Rupf, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Rupf Industries (Fahrzeugtechnik, Hydraulik, Maschinenbau) in Königstein (Taunus) und Vorsitzender der Hochschulgesellschaft: „Als Unternehmen trägt man eine gesellschaftliche Verantwortung, da geht es nicht immer nur um Kosten und Nutzen. Auch für Unternehmen ist die Region Heimat.“

Neben der finanziellen Förderung bietet Rupfs Firma etwa einen dualen Studiengang in Zusammenarbeit mit der H-BRS. Auch für Bachelor- und Masterarbeiten können Studenten sich an Rupf wenden. Für die H-BRS bedeute das einen Wettbewerbsvorteil zu anderen Hochschulen, sagte Ihne. „Früher mussten technikinteressierte Studenten oft noch weg aus der Region, zum Beispiel nach Aachen. Mittlerweile können sie auch hier bleiben, das ist ein großer Gewinn für die Region“, sagte Rupf.

Darüber hinaus unterstützt die Hochschulgesellschaft die H-BRS beispielsweise bei der Finanzierung von 120 Deutschlandstipendien, also Stipendien für besonders leistungsstarke Studierende. Beim Unternehmertag präsentieren sich regionale Unternehmen, von denen viele Mitglieder der Hochschulgesellschaft sind, direkt auf dem Campus der H-BRS und stehen angehenden Fachkräften für Fragen zur Verfügung. Und schließlich vergibt die Hochschulgesellschaft auch Preise für her-ausragende Abschlussarbeiten.

Der alte Name „Fördergesellschaft“ sei zwar ein guter Name gewesen, meint Hartmut Ihne. Er habe aber nach einer „Wir-halten-die-Hand-auf-Mentalität“ geklungen, die mit dem Konzept in Wahrheit nichts zu tun habe. Die Förderer seien mehr als nur Geldsammler. „Vordergründig geht es darum, einen Raum zu schaffen, in dem Wissenschaft und Gesellschaft sich treffen und auseinandersetzen können.“ Als Hochschule sei die H-BRS auf Impulse und Unterstützung von außen angewiesen. Mit Unternehmen der Region in einen Dialog zu treten, könne sich für beide Seiten nur lohnen.

Die Hochschulgesellschaft und die H-BRS sehen sich auf einem guten Weg in eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Noch ist die Gesellschaft recht klein: 100 Mitglieder stehen mehr als 8000 Studierenden an der Hochschule gegenüber. Die Verantwortlichen hoffen aber – auch dank der Neuausrichtung – auf ein schnelles Wachstum.

Fest steht schon jetzt: In der Aufzählung „Freunde, Förderer und Alumni“ werden sich sicherlich viele Menschen wiederfinden können.

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