Humboldt-Stipendiat Hassan Kamleh: Gefährdeter Forscher aus Syrien kommt an die Uni Bonn

Humboldt-Stipendiat Hassan Kamleh : Gefährdeter Forscher aus Syrien kommt an die Uni Bonn

Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung ermöglicht 23 Forschern, die in ihrer Heimat von Krieg oder Verfolgung bedroht sind, die Arbeit an deutschen Universitäten oder Forschungseinrichtungen. Einer von ihnen kommt nach Bonn.

Die Universität Bonn nimmt einen Physik-Professor aus Syrien auf. Professor Hassan Kamleh wird als Stipendiat in der Arbeitsgruppe von Professor Karl Maier am Helmholtz-Institut für Strahlen- und Kernphysik der Universität tätig sein. Das haben die Uni und die Alexander-von-Humboldt–Stiftung nun bekannt gegeben. Letztere vergibt über die Philipp Schwartz-Initiative Gelder für insgesamt 23 solcher Stipendien an verfolgte Wissenschaftler, weil ihnen in ihren Heimatländern Krieg oder Verfolgung drohen.

Die Uni Bonn ist damit eine von 18 Universitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland, die sich unter den 38 Bewerbern über einen Stipendiaten freuen darf. Diese forschen ab Sommer für zwei Jahre als Philipp Schwartz-Stipendiaten an den ausgezeichneten Universitäten und Forschungseinrichtungen, die sich hierfür mit Konzepten zur persönlichen und wissenschaftlichen Einbindung der Forscher beworben hatten. Die Forscher stammen überwiegend aus Syrien (14) und der Türkei (6).

Bürgerkrieg und Terror zwangen Kamleh zur Flucht

Der 54-jährige Festkörperphysiker Kamleh war bis zu seiner Flucht an der Universität von Damaskus tätig. Bürgerkrieg und Terror machten wissenschaftliches Arbeiten unmöglich und zwangen den Professor im Herbst 2015 zur Flucht. Nun hofft er, möglichst rasch seine Frau und seine drei Kinder nach Deutschland holen zu können, die derzeit noch in Syrien sind. Dabei unterstützt ihn die Universität Bonn nach Kräften. Nach seiner Promotion in den 80er Jahren an der Humboldt-Universität zu Berlin war Kamleh bereits mehrfach zu Forschungsaufenthalten an der Universität Bonn gewesen.

Der Generalsekretär der Humboldt-Stiftung, Enno Aufderheide, sagte anlässlich der Auswahl: „Die vielen Bewerbungen zeigen nicht nur den Bedarf an Schutzangeboten für gefährdete Wissenschaftler. Das große Interesse an der Philipp Schwartz-Initiative ist auch ein Beleg für die Solidarität unter Wissenschaftlern und ihre Bereitschaft, einander in Zeiten von Not und Verfolgung zu helfen. Die ausgezeichneten Konzepte zeigen beispielhaft, wie solche Hilfe aussehen kann.“

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